Folgerungen der Bundesregierung aus steigenden psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen

Drucksache 21/7550Antwortauf die Kleine Anfrage 21/736910.08.202626 Seiten14 FragenFraktion der AfDBundesministerium für GesundheitGesellschaftspolitik, soziale GruppenGesundheit3 Anlagen als PDF
Vorbemerkung der Fragesteller

Vorbemerkung der Fragesteller

Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist seit Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und politischer Debatten.

Die seit dem Jahr 2020 durchgeführte COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigt eine deutliche Zunahme psychischer Belastungen und psychosomatischer Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen (www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psycho therapie-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/for schung/copsy-studie.html).

Auch das Deutsche Schulbarometer 2025/2026 zeigt erhebliche Belastungen. Danach weisen 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten auf (s. u., S. 18). Rund 30 Prozent der 11- bis 17‑Jährigen berichten von regelmäßigen Mobbingerfahrungen (s. u., S. 71 bis 74). 61 Prozent der Befragten geben an, dass an ihrer Schule viel verlangt wird, und 47 Prozent berichten, auch am Wochenende lernen zu müssen (s. u., S. 32 bis 34). Darüber hinaus berichten viele Kinder und Jugendliche von Sorgen hinsichtlich Kriegen, internationaler Krisen und ihrer persönlichen Zukunft (S. 43 bis 45, www.bosch-stiftung.de/sites/default/files/publications/pdf/2026-03/Deutsches %20Schulbarometer%20Schüler%202025_26_.pdf). Besonders betroffen sind nach den Ergebnissen des Schulbarometers Kinder und Jugendliche aus Familien mit sozialen oder wirtschaftlichen Problemen. Diese berichten überdurchschnittlich häufig von psychischen Belastungen, geringem schulischem Wohlbefinden und einer geringeren Lebenszufriedenheit (https://bosch-stiftung.de/p resse/deutsches-schulbarometer-psychische-belastung-bei-kindern-und-jugend lichen-steigt-erstmals, www.bkj.de/meldung/deutsches-schulbarometer-2025-26-zeigt-psychische-belastungen-bei-schuelerinnen-nehmen-wieder-zu/, https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/deutsches-schulbarometer-sch uelerbefragung-2026-die-wichtigsten-ergebnisse/).

Auch die Studie des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF zum Kindeswohl 2026 verweist auf erhebliche Defizite beim Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen und ordnet Deutschland lediglich auf Platz 25 von 37 untersuchten Industriestaaten ein (www.unicef.de/informieren/aktuelles/pre sse/-/unicef-studie-kindeswohl-2026/397376).

Zwar wurden durch Bund, Länder und Kommunen zahlreiche Programme zur Förderung psychischer Gesundheit, zur Gewaltprävention, zur Demokratieförderung, zur Förderung von Medienkompetenz sowie zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen finanziert, gleichwohl werden weiterhin hohe beziehungsweise steigende Belastungswerte festgestellt. Die Fragesteller sehen daher Aufklärungsbedarf hinsichtlich der politischen Schlussfolgerungen der Bundesregierung, der ergriffenen Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes, der hierfür eingesetzten Haushaltsmittel sowie der tatsächlichen Wirksamkeit dieser Maßnahmen.

Frage 1 + 2 + 3 Seite 2

1Welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung gegebenenfalls aus den bisherigen Ergebnissen der COPSY-Studie gezogen?

2Welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung gegebenenfalls aus den Ergebnissen des Deutschen Schulbarometers 2025/2026 gezogen?

3Welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung gegebenenfalls aus den Ergebnissen der UNICEF-Studie zum Kindeswohl 2026 gezogen?

Antwort

Die Fragen 1 bis 3 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.

Die drei genannten Studien verdeutlichen den Handlungsbedarf im Bereich der psychischen Gesundheit und des allgemeinen sowie des schulischen Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Sie zeigen, dass trotz Pandemie und Krisenlagen für die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland eine gute subjektive Gesundheit sowie eine hohe Lebenszufriedenheit besteht, die sich jedoch insbesondere in den Pandemiejahren 2020 und 2021 verschlechtert hat und seitdem nicht auf das vorpandemische Niveau zurückgekehrt ist. Die Studien beschreiben auch Faktoren, die die psychische Gesundheit stärken.

Die Stärkung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist eines der vordringlichen Ziele der Bundesregierung. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD hat sich die Koalition darauf verständigt, eine Strategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“ neu zu entwickeln. Die Bundesregierung hat die Ergebnisse der in den Fragen 1 bis 3 genannten Studien zur Kenntnis genommen und lässt sie in die Strategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“ einfließen. Die Schwerpunkte der Strategie sollen auf Prävention und Früherkennung liegen, insbesondere durch Aufklärung und Beratung von Eltern sowie Fortbildung von Pädagoginnen und Pädagogen und weiteren Fachkräften. Ziel der Bundesregierung ist es, die Bereiche Bildung, Jugendhilfe und Gesundheit besser zu verzahnen.

Frage 4 + 5 Seite 2

4Welche Belastungsfaktoren bewertet die Bundesregierung derzeit gegebenenfalls als die wichtigsten Ursachen psychischer Belastungen von Kindern und Jugendlichen?

5Welche Belastungsfaktoren hat die Bundesregierung gegebenenfalls derzeit als die dringendsten politischen Handlungsfelder identifiziert?

Antwort

Die Fragen 4 und 5 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.

Psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen lassen sich nicht auf einzelne Ursachen zurückführen. Vielmehr wird von einem Zusammenspiel verschiedener Belastungsfaktoren ausgegangen, deren jeweiliger Beitrag nicht eindeutig bestimmt werden kann.

Neben den Folgen der COVID-19-Pandemie werden auch weitere gesellschaftliche Krisen als potenzielle Belastungsfaktoren diskutiert. Vor allem Kriege, Klimawandel, wirtschaftliche Belastungen und soziale Ungleichheit können zu Zukunftsunsicherheit, familiären Belastungen, eingeschränkter sozialer Teilhabe und einem verminderten Gefühl von Sicherheit und Kontrolle beitragen. Diese Belastungen können sich gegenseitig verstärken und treffen häufig besonders diejenigen Kinder und Jugendlichen, die bereits über geringere Bewältigungsressourcen oder einen eingeschränkten Zugang zu Unterstützungsleistungen verfügen. Auch digitale Lebenswelten und soziale Medien werden als möglicher Einflussfaktor diskutiert. Bei der Interpretation der beobachteten Entwicklungen ist zu berücksichtigen, dass ein veränderter gesellschaftlicher Umgang mit psychischer Gesundheit/psychischen Erkrankungen Einfluss darauf haben kann, wie psychische Beschwerden wahrgenommen und berichtet werden. Eine stärkere Aufklärung kann Stigmatisierung verringern und die Bereitschaft erhöhen, psychische Belastungen offen anzusprechen oder professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig wird wissenschaftlich diskutiert, inwieweit sich die Grenzen zwischen normalen Belastungsreaktionen und behandlungsbedürftigen psychischen Störungen in der öffentlichen Wahrnehmung verschoben haben und welchen Einfluss dies auf die berichtete Häufigkeit psychischer Beschwerden haben könnte.

Vor diesem Hintergrund adressiert die Bundesregierung Belastungsfaktoren nicht isoliert. In besonderem Fokus steht derzeit das Thema digitale Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen.

Frage 6 + 7 + 8 + 9 + 10 Seite 3

6Welche konkreten Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes wurden aufgrund der Erkenntnisse der COPSY-Studie gegebenenfalls eingeleitet, erweitert oder verändert?

7Welche konkreten Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes wurden aufgrund der Erkenntnisse zu Mobbing und Cybermobbing gegebenenfalls eingeleitet, erweitert oder verändert?

8Welche konkreten Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes wurden aufgrund der Erkenntnisse zu psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen gegebenenfalls eingeleitet, erweitert oder verändert?

9Welche konkreten Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes wurden aufgrund der Erkenntnisse zu Leistungsdruck bei Kindern und Jugendlichen gegebenenfalls eingeleitet, erweitert oder verändert?

10Welche konkreten Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes wurden aufgrund der Erkenntnisse zu Zukunftsängsten und Krisensorgen von Kindern und Jugendlichen gegebenenfalls eingeleitet, erweitert oder verändert?

Antwort

Die Fragen 6 bis 10 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.

Wie in der Antwort zu den Fragen 4 und 5 ausgeführt, adressiert die Bundesregierung psychische Belastungsfaktoren und somit auch entsprechende Maßnahmen nicht isoliert. Vielmehr werden Belastungsfaktoren in der Regel übergreifend adressiert. Die entsprechenden Maßnahmen zielen insbesondere auf die Förderung der psychischen Gesundheit, die Verbesserung des Wohlbefindens und die Steigerung der Resilienz von Kindern und Jugendlichen.

Es existieren bereits zahlreiche Unterstützungs- und Hilfsangebote, die im Bedarfsfall weiterentwickelt werden. Diese werden durch neue Maßnahmen ergänzt. Eine wichtige Maßnahme in diesem Zusammenhang ist die Strategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“, die derzeit von der Bundesregierung entwickelt wird, siehe hierzu auch die Antwort zu den Fragen 1 bis 3.

Die Bundesregierung prüft derzeit die von der unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ am 24. Juni 2026 vorgelegten Handlungsempfehlungen. Die Erkenntnisse der Bestandsaufnahme und die Handlungsempfehlungen der Kommission werden in die weiteren Überlegungen der Bundesregierung einbezogen.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) bietet ein umfangreiches Angebot von Maßnahmen im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention, Suchtprävention und Prävention exzessiver Mediennutzung an, durch das die psychische Gesundheit und ein gesundes Aufwachsen insgesamt unterstützt werden sollen.

Beispielsweise werden im Portal zur Kindergesundheit (www.kindergesundhei t-info.de) umfangreiche Informationen zur Förderung einer gesunden, auch psychischen, Entwicklung von Kindern für Eltern und Fachkräfte in Kita und Kommune bereitgestellt.

Ein weiteres Beispiel ist die Kampagne „Ins Netz gehen“ des BIÖG (www.insnetz-gehen.de) zur Prävention internetbezogener Störungen im Jugendalter. Auch Cybermobbing wird dabei adressiert.

Ein wichtiger Ansatzpunkt, um psychosoziale Risiken und psychische Belastungen und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf mit Unterstützungsmaßnahmen gegen zu wirken, sind die Stärkung der Gesundheitsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche, die als Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung in § 26 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) festgelegt sind. Um die Bekanntheit und Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchungen im Kindes- und Jugendalter zu erhöhen, führt das BIÖG entsprechende gesundheitskommunikative Maßnahmen durch. Eltern und Fachkräfte finden Informationen zu den U-Untersuchungen und zur J1 Jugendgesundheitsuntersuchung auf dem Kindergesundheitsportal des BIÖG. Ein aktueller Schwerpunkt liegt auf der Steigerung der Bekanntheit der J1 über die Informationskampagne des BIÖG „J1 – Lass checken!“

Die Verantwortung für die schulische Bildung liegt grundsätzlich bei den Ländern.

Im gemeinsamen Arbeitsprozess von Bund und Ländern anlässlich des IQB-Bildungstrends im Jahr 2024 haben sich Bund und Länder auf die Prüfung verständigt, wie die sozio-emotionalen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern gefördert und die Feedback- und Beratungskultur gestärkt werden können. Der Bund unterstützt diese Vorhaben.

Frage 11 + 12 Seite 4

11Welche möglichen Programme des Bundes, die sich unmittelbar an Kinder und Jugendliche richten, befassen sich derzeit mit der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (bitte gegebenenfalls nach Programmen, deren Laufzeit und Fördervolumen aufschlüsseln)?

12Welche möglichen Programme des Bundes, die sich unmittelbar an Kinder und Jugendliche richten, befassen sich derzeit mit Gewaltprävention, Mobbing- und Cybermobbingprävention (bitte gegebenenfalls nach Programmen, deren Laufzeit und Fördervolumen aufschlüsseln)?

Antwort

Die Fragen 11 und 12 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.

Der Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) ist das zentrale Förderinstrument der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland und leistet seit dem Jahr 1950 (bis zum Jahr 1993 als Bundesjugendplan) einen unverzichtbaren Beitrag zur Chancengleichheit, Bildung und gesellschaftlichen Teilhabe junger Menschen. Er trägt besonders dazu bei, dass

– junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung gefördert und Benachteiligungen vermieden bzw. abgebaut werden,

– Eltern und andere Erziehungsberechtigte beraten und unterstützt werden,

– Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl geschützt werden,

– förderliche Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder-, jugend- und familienfreundliche Umwelt geschaffen und erhalten werden.

Im Handlungsfeld 4 des KJP „Hilfen für Familien, junge Menschen, Eltern und andere Erziehungsberechtigte“ werden durch gezielte Beratungs- und Unterstützungsangebote besonders Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung besonderer Herausforderungen im Bereich der mentalen Gesundheit unterstützt. Hier stehen aktuell über 10 Mio. Euro zur Verfügung. Die modellhaften Maßnahmen werden wissenschaftlich begleitet.

Des Weiteren wird auf die Tabelle in der Anlage 1 verwiesen.*

AnlageAnlage 1

PDF-Seite 10 · im Originalformat beigefügt, nicht in Tabellen übernommen

Frage 13 Seite 5

Welche möglichen Programme des Bundes, die sich unmittelbar an Kinder und Jugendliche richten, befassen sich derzeit mit Demokratieförderung, Partizipation und gesellschaftlicher Teilhabe von Kindern und Jugendlichen (bitte gegebenenfalls nach Programmen, deren Laufzeit und Fördervolumen aufschlüsseln)?

Antwort

Zu allgemeinen Ausführungen zum KJP wird auf die Antwort zu den Fragen 11 und 12 verwiesen.

Besonders die Förderung von Maßnahmen im KJP-Handlungsfeld 1 „Kinder- und Jugendarbeit, außerschulische Jugendbildung“ leistet einen wichtigen Beitrag zur besseren Partizipation, gesellschaftlichen Teilhabe und einem demokratischen Miteinander. Dafür werden rund 67 Mio. Euro eingesetzt. Die Förderung von modellhaften Maßnahmen wird regelmäßig evaluiert.

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ ist im Jahr 2025 in die dritte Förderperiode gestartet. Im jährlichen Haushaltsaufstellungsverfahren werden „Demokratie leben!“ entsprechende Haushaltsmittel zugewiesen. Da die Haushaltsaufstellungsverfahren für die Jahre 2027 bis 2032 noch nicht abgeschlossen sind, kann hier lediglich das gesamte Fördervolumen der Jahre 2025 und 2026 mit 368 519 000 Euro angegeben werden.

Frage 14 + 15 Seite 6

14Welche Studien zur psychischen Gesundheit, zum Wohlbefinden und zu Belastungsfaktoren von Kindern und Jugendlichen wurden seit dem 1. Januar 2020 gegebenenfalls mit Bundesmitteln finanziert oder gefördert (bitte gegebenenfalls jeweils nach Studie, Auftragnehmer, Laufzeit und Kosten aufschlüsseln)?

15Welche Gesamtausgaben aus Bundesmitteln sind seit dem 1. Januar 2020 gegebenenfalls für Studien und Forschungsprojekte zur psychischen Gesundheit und zu Belastungsfaktoren von Kindern und Jugendlichen entstanden?

Antwort

Die Fragen 14 und 15 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.

Es wird auf die Tabelle in der beigefügten Anlage 2 verwiesen.*

AnlageAnlage 2

PDF-Seiten 11–22 (12 Seiten) · im Originalformat beigefügt, nicht in Tabellen übernommen

Frage 16 Seite 6

Welche Gesamtausgaben aus Bundesmitteln sind seit dem 1. Januar 2020 gegebenenfalls für Maßnahmen und Programme zur Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen entstanden?

Antwort
Tabelle auf Seite 6 · 7 Zeilen × 2 Spalten
Maßnahme/ProgrammGesamtausgaben aus Bundesmitteln seit dem 1. Januar 2020 in Euro
Mental Health Coaches19.625.620
KNIETZSCHE und der Zucker155.535
KNIETZSCHE und der Stress149.811
Hilfen im Netz, Hilfe und Informationen für junge Menschen mit suchtkranken oder psychisch kranken Eltern3.186.492
[U25] Suizidprävention für junge Menschen3.686.865
Nummer gegen Kummer e. V.6.819.300
Informationen und Angebote zum psychischen Wohlbefinden297.723
Frage 17 Seite 6

Welche Gesamtausgaben aus Bundesmitteln sind seit dem 1. Januar 2020 gegebenenfalls für Maßnahmen gegen Mobbing und Cybermobbing entstanden?

Antwort
Tabelle auf Seite 6 · 1 Zeilen × 2 Spalten
MaßnahmeGesamtausgaben aus Bundesmitteln seit dem 1. Januar 2020 in Euro
JUUUPORT.de, Bundesweite Online-Beratungsplattform für junge Menschen, die Probleme im Netz haben wie Cybermobbing889.490
Frage 18 Seite 6

Welche Gesamtausgaben aus Bundesmitteln sind seit dem 1. Januar 2020 gegebenenfalls für Programme der Demokratieförderung, Partizipation und gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen entstanden?

Antwort

Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sind seit dem Jahr 2020 Ausgaben für Demokratieförderung, Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen entstanden. Diese werden allerdings nicht explizit ausgewertet. Die Gesamtausgaben von „Demokratie leben!“ können in den Haushaltsrechnungen des Bundes unter folgendem Link eingesehen werden:

www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Oeffentliche_Finan-zen/B undeshaushalt/Haushalts_und_Vermoegensrechnungen_des_Bundes/haushalts_ vermoegensrechnungen_des_bundes.html.

Frage 19 + 20 + 21 Seite 7

19Welche der möglichen vorgenannten Programme und Maßnahmen wurden evaluiert, und welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung gegebenenfalls hieraus gezogen?

20Welche Zielgrößen wurden für die jeweiligen möglichen Programme und Maßnahmen (vgl. Vorfragen) festgelegt?

21Welche dieser in Frage 20 erfragten möglichen Zielgrößen wurden erreicht, welche nicht und aus welchen Gründen?

Antwort

Die Fragen 19 bis 21 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.

Es wird auf die Tabelle in der beigefügten Anlage 3 verwiesen.*

AnlageAnlage 3

PDF-Seiten 23–25 (3 Seiten) · im Originalformat beigefügt, nicht in Tabellen übernommen

Frage 22 + 23 + 24 + 25 + 26 + 27 + 28 + 29 Seite 7

22Bei welchen möglichen Programmen und Maßnahmen konnte eine nachweisbare Verringerung psychischer Belastungen von Kindern und Jugendlichen festgestellt werden?

23Bei welchen möglichen Programmen und Maßnahmen konnte eine nachweisbare Verringerung von Mobbing oder Cybermobbing festgestellt werden?

24Welche möglichen Programme oder Maßnahmen wurden aufgrund unzureichender Wirksamkeit verändert, reduziert oder eingestellt?

25Welche möglichen Programme oder Maßnahmen wurden trotz fehlender oder nicht nachgewiesener Wirksamkeit fortgeführt und aus welchen Gründen?

26Bei welchen der vorgenannten möglichen Programme und Maßnahmen liegen der Bundesregierung bislang keine belastbaren Erkenntnisse über deren tatsächliche Wirksamkeit vor?

27Für welche der vorgenannten möglichen Programme und Maßnahmen liegen der Bundesregierung bislang keine wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweise hinsichtlich einer Verringerung psychischer Belastungen, von Mobbing oder Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen vor?

28Hat sich die Bundesregierung eine Auffassung dazu gebildet, dass die in den genannten Studien dokumentierten Belastungen von Kindern und Jugendlichen trotz umfangreicher Förderprogramme, Maßnahmen und seit Jahren vorliegender wissenschaftlicher Erkenntnisse weiterhin auf hohem Niveau verbleiben oder teilweise zunehmen, und wenn ja, wie lautet diese?

29Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus diesem in Frage 28 benannten Umstand?

Antwort

Die Fragen 22 bis 29 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.

Wie in der Antwort zu den Fragen 4 und 5 dargestellt, hängt die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen von einer Vielzahl von Einflussfaktoren ab. Kinder und Jugendliche wachsen heutzutage im Kontext multipler gesellschaftlicher Unsicherheiten auf und sind mit komplexen Anforderungen konfrontiert. Die Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in diesem Kontext ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der neben dem Bund auch Länder und Kommunen ihren Beitrag leisten. Programme und Maßnahmen verfolgen meist einen ganzheitlichen Ansatz, der im Sinne der Verhaltens- und Verhältnisprävention individuelle und strukturelle Maßnahmen kombiniert.

Die Stärkung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist eines der vordringlichen Ziele der Bundesregierung. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend arbeitet an einer Strategie, die einen umfassenderen Ansatz hat als ein einzelnes Bundesprogramm.

Es wird auf die Antwort zu den Fragen 1 bis 3, 11 bis 12, 13, 16, 17, 18 und 19 bis 21 verwiesen.

Frage 30 Seite 8

Welche zusätzlichen Maßnahmen plant die Bundesregierung in der laufenden Wahlperiode gegebenenfalls zur Verringerung psychischer Belastungen von Kindern und Jugendlichen?

Antwort

Neben der im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD verankerten Strategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“ ist ebenfalls im Koalitionsvertrag ein Maßnahmenpaket zur Stärkung von Gesundheits- und Jugendmedienschutz hinsichtlich des Einflusses digitaler Mediennutzung auch auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen vorgesehen. Deshalb wird die Umsetzung der Handlungsempfehlungen der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ geprüft, siehe auch die Antworten zu den Fragen 1 bis 3 und 6 bis 10. Zudem wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ auf Bundesdrucksache 21/1837 verwiesen.

Frage 31 Seite 8

Welche zusätzlichen Haushaltsmittel sind hierfür möglicherweise vorgesehen (vgl. Frage 30)?

Antwort

Über die Verteilung der Haushaltsmittel entscheidet der Haushaltsgesetzgeber.

Frage 32 + 33 + 34 + 35 + 36 Seite 8

32Bis zu welchem Zeitpunkt erwartet die Bundesregierung gegebenenfalls messbare Verbesserungen bei den in den genannten Studien festgestellten Belastungsfaktoren?

33Woran wird die Bundesregierung den Erfolg ihrer möglichen Maßnahmen (vgl. Frage 32) konkret messen?

34Welche konkreten Maßnahmenpakete plant die Bundesregierung gegebenenfalls für die von ihr selbst als besonders dringlich eingestuften Belastungsfaktoren von Kindern und Jugendlichen?

35Welche konkreten Zielwerte sollen durch diese möglicherweise geplanten Maßnahmenpakete erreicht werden (vgl. Frage 34)?

36In welchem Zeitraum erwartet die Bundesregierung das Erreichen dieser möglichen Zielwerte (vgl. Frage 35)?

Antwort

Die Fragen 32 bis 36 werden aufgrund des Sachzusammenhangs zusammenfassend beantwortet.

Es wird auf die Antwort zu den Fragen 1 bis 5 und 22 bis 29 verwiesen.

Angesichts des komplexen und multifaktoriellen Wirkungsgefüges sind Zeitpunkte für eine Zielerreichung nicht seriös bestimmbar. Mögliche Zielwerte für die Strategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“ werden in deren Rahmen erarbeitet.

Vor dem hier skizzierten Hintergrund kommt einem kontinuierlichen Monitoring der Kinder- und Jugendgesundheit eine zentrale Bedeutung zu. Um die Datenlage zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, fördert das Bundesministerium für Gesundheit seit dem 1. Januar 2025 das Projekt PI-NOKIJO – Pilotstudie und Konzeptentwicklung für ein bundesweites Monitoring der Kinder- und Jugendgesundheit in einer Panel-Kohorte am Robert Koch-Institut (www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Gesun dheit-im-Lebensverlauf/Kinder-und-Jugendgesundheit/pinokijo.html).