Vorbemerkung der Fragesteller
Vorbemerkung der Fragesteller
Der Bundesminister des Innern, Alexander Dobrindt, wies die Bundespolizei am 7. Mai 2025 an, an den deutschen Grenzen Menschen ohne die erforderlichen Einreisepapiere auch dann zurückzuweisen, wenn sie ein Asylgesuch stellen wollen. Dabei berief Alexander Dobrindt sich auf§ 18 Absatz 2 des Asylgesetzes (AsylG), wonach einem Ausländer die Einreise zu verweigern ist, wenn er über einen sicheren EU-Mitgliedstaat einreist. Eine Ausnahme sieht die Weisung nur für „erkennbar vulnerable Personen“ vor, die weiterhin an die zuständigen Stellen oder Erstaufnahmeeinrichtungen weitergeleitet werden können (www.lto.de/recht/hintergruende/h/zurueckweisungen-grenzen-au snahme-weisung-europarecht-thym).
Die neue Zurückweisungspraxis rief Kritik hervor, denn unter Juristinnen und Juristen herrscht weitgehend Einigkeit, dass pauschale Zurückweisungen von Asylsuchenden gegen EU-Recht verstoßen. In der EU regelt die Dublin-Verordnung, welcher Mitgliedstaat für die Durchführung eines Asylverfahrens zuständig ist. Diese Zuständigkeit muss im Rahmen eines Dublin-Verfahrens durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ermittelt werden; die Bundespolizei kann dies nicht an der Grenze entscheiden.§ 18 Absatz 2 AsylG wird nach dieser Auffassung durch EU-Recht verdrängt (vgl. exemplarisch „Fragen zur Zurückweisung an der Grenze und zu Transitzonen“ vom 24. Januar 2024, Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages (WD) 3 – 3000 – 151/23). Prof. Dr. Constantin Hruschka befand nach ausführlicher Analyse der EU-Rechtsordnung, dass Alexander Dobrindts Weisung „evident rechtswidrig“ sei (https://verfassungsblog.de/zuruckweisung-grenzekontrolle-dobrindt/). Auch das Verwaltungsgericht (VG) Berlin begründete Anfang Juni 2025 seine Entscheidung, dass drei Asylsuchenden aus Somalia die Einreise in die Bundesrepublik Deutschland zwecks Durchführung eines Dublin-Verfahrens erlaubt werden müsse, mit dem Anwendungsvorrang der Dublin-Verordnung gegenüber§ 18 Absatz 2 AsylG (Beschluss vom 2. Juni 2025, 6 L 191/25, 6 L 192/25 sowie 6 L 193/25).
Nichtsdestotrotz hält das Bundesministerium des Innern bislang an den Zurückweisungen fest, ohne dafür eine aus Sicht der Fragestellenden fundierte rechtliche Begründung vorzubringen. Um die Zurückweisungen zu rechtfertigen, bezog sich das Bundesinnenministerium teilweise auf Artikel 72 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV). Dieser erlaube es, im Ausnahmefall zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und zum Schutz der inneren Sicherheit auf das nationale Recht zurückzugreifen und von EU-Sekundärrecht abzuweichen (vgl. Antworten zu den Fragen 11 bis 13 auf Bundestagsdrucksache 21/820). Allerdings sind die Voraussetzungen dafür sehr hoch; der Europäische Gerichtshof wies alle bisherigen Versuche, sich auf die Ausnahmeklausel zu berufen, zurück (https://papers.ssrn.com/sol3/pap ers.cfm?abstract_id=4647561).
In der Debatte über Zurückweisungen geht nach Wahrnehmung der Fragestellenden häufig unter, dass auch bereits unter der Vorgängerregierung in großem Umfang Menschen an den Grenzen zurückgewiesen wurden. Im Jahr 2024 waren davon rund 40 000 Menschen betroffen, viele von ihnen kamen aus typischen Asylherkunftsländern wie der Türkei, Syrien oder Afghanistan. Die Fragestellenden vermuten, dass bereits vor dem 7. Mai 2025 Asylsuchende zurückgewiesen wurden, die die Bundespolizei allerdings nicht als solche registriert hat. Ein Indiz dafür ist, dass der Anteil registrierter Asylgesuche bei Aufgriffen an den Binnengrenzen mit der Verstärkung von Binnengrenzkontrollen merklich zurückgegangen ist (vgl. Bundestagsdrucksache 20/14902). Die Bundespolizei verwendet bei der Einreisebefragung ein Formular, das unterschiedliche Reisegründe beinhaltet – etwa Arbeitsaufnahme, Verwandtenbesuch –, nicht aber das Motiv, einen Asylantrag zu stellen (vgl. hierzu und zum Folgenden: Bundestagsdrucksache 20/14902, insbesondere die Vorbemerkung der Fragestellenden, S. 2 f.). Die Fragestellenden halten es für wahrscheinlich, dass Asylsuchende durch dieses Formular dazu verleitet wurden, einen anderen Einreisegrund als „Asyl“ anzugeben, was dann ihrer Zurückweisung Vorschub leistete (vgl. auch www.sueddeutsche.de/politik/asyl-grenz e-bundespolizei-lux.TcfdrXntcbACMqyfjhwifH?s=09). Ein weiteres von der Bundespolizei verwendetes Formular, das bei Hinweisen auf ein Asylgesuch verwendet werden soll, sieht vor, dass die Grenzbeamtinnen und Grenzbeamten nach einer Befragung entscheiden sollen, ob die vorgebrachten Gründe ein Asylgesuch darstellen oder nicht. Auch das halten die Fragestellenden für rechtswidrig, weil der geäußerte Wille eines Asylgesuchs ihrer Auffassung nach zwingend zur Einleitung eines Asylverfahrens führen muss, das in alleiniger Zuständigkeit des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge liegt.
Wie viele Feststellungen einer unerlaubten Einreise gab es an deutschen Grenzen im Jahr 2025 bzw. im Jahr 2024 (bitte jeweils auch nach Quartalen auflisten und dabei nach Grenzabschnitten bzw. Nachbarländern differenzieren und gegebenenfalls auch vorläufige, noch nicht qualitätsgesicherte Zahlenangaben machen – das gilt auch für alle nachfolgenden Fragen), und wie viele Eurodac-Treffer (Eurodac = Europäische Datenbank zur Speicherung von Fingerabdrücken) gab es dabei (bitte nach Zeitraum, Land der ersten Registrierung und Grenzabschnitten differenzieren)?
Die Feststellungen der mit der polizeilichen Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs beauftragten Behörden zu unerlaubten Einreisen und deren Aufschlüsselung nach Grenzart und Nachbarstaaten sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | |
| unerlaubte Einreisen | ||||||||||
| Gesamt | 19.994 | 22.407 | 21.891 | 19.280 | 83.572 | 14.646 | 16.537 | 16.662 | 15.114 | 62.959 |
| nach Grenzen | ||||||||||
| Landgrenze | 16.402 | 18.810 | 18.198 | 15.634 | 69.044 | 11.764 | 13.532 | 13.480 | 12.249 | 51.025 |
| Polen | 3.462 | 6.280 | 3.968 | 2.438 | 16.148 | 1.946 | 2.738 | 1.829 | 1.607 | 8.120 |
| Tschechien | 1.736 | 2.136 | 1.594 | 1.531 | 6.997 | 1.296 | 1.555 | 1.229 | 1.282 | 5.362 |
| Österreich | 3.563 | 3.109 | 3.460 | 3.414 | 13.546 | 2.092 | 2.389 | 2.658 | 2.414 | 9.553 |
| Schweiz | 3.523 | 2.785 | 3.900 | 2.896 | 13.104 | 1.571 | 1.453 | 2.265 | 2.092 | 7.381 |
| Frankreich | 1.989 | 2.088 | 3.101 | 2.477 | 9.655 | 2.341 | 2.678 | 2.910 | 2.609 | 10.538 |
| Luxemburg | 234 | 314 | 285 | 484 | 1.317 | 331 | 367 | 348 | 326 | 1.372 |
| Belgien | 704 | 828 | 773 | 1.061 | 3.366 | 913 | 812 | 705 | 608 | 3.038 |
| Niederlande | 589 | 689 | 609 | 976 | 2.863 | 994 | 1.253 | 1.221 | 1.026 | 4.494 |
| Dänemark | 151 | 138 | 111 | 102 | 502 | 102 | 157 | 138 | 120 | 517 |
| keiner Landgrenze zuzuordnen | 451 | 443 | 397 | 255 | 1.546 | 178 | 130 | 177 | 165 | 650 |
| Luftgrenze | 3.468 | 3.425 | 3.562 | 3.515 | 13.970 | 2.734 | 2.866 | 3.089 | 2.779 | 11.468 |
| Seegrenze | 124 | 172 | 131 | 131 | 558 | 148 | 139 | 93 | 86 | 466 |
Die Anzahl der unerlaubt Eingereisten mit EURODAC-Treffer ist in der beigefügten Anlage dargestellt.* Eine Erfassung des Staates der ersten Asylantragsstellung erfolgt nicht, daher sind alle Staaten dargestellt, für die EURODAC-Treffer festgestellt wurden.
PDF-Seiten 25–40 (16 Seiten) · im Originalformat beigefügt, nicht in Tabellen übernommen
2Wie viele Feststellungen einer unerlaubten Einreise gab es an deutschen Grenzen im Jahr 2025 bzw. 2024, bitte zusätzlich differenzieren nach
2aGrenzabschnitten bzw. Nachbarländern und Monaten,
2bBundespolizeidirektionen,
2cden wichtigsten 20 Staatsangehörigkeiten, und wie viele der Betroffenen kamen aus einem der 15 wichtigsten Asylherkunftsländer (bitte in absoluten und relativen Zahlen angeben und auch die Gesamtsummen für diese Länder nennen)?
Die Anzahl unerlaubter Einreisen nach Grenzabschnitten und Nachbarstaaten nach Monaten (2a) ist in der Anlage dargestellt.*
Die Anzahl der unerlaubten Einreisen nach feststellenden Bundespolizeidirektionen (2b) ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |
|---|---|---|
| unerlaubte Einreisen | ||
| BPOLD Berlin | 9.804 | 5.231 |
| BPOLD Bad Bramstedt | 3.582 | 2.597 |
| BPOLD Flughafen Frankfurt am Main | 7.746 | 6.160 |
| BPOLD Hannover | 2.556 | 2.806 |
| BPOLD Koblenz | 5.964 | 4.933 |
| BPOLD München | 19.341 | 14.631 |
| BPOLD Pirna | 9.816 | 4.932 |
| BPOLD Stuttgart | 19.007 | 15.284 |
| BPOLD Sankt Augustin | 5.624 | 6.208 |
| Bayerische Grenzpolizei | 132 | 177 |
Die Anzahl der unerlaubten Einreisen nach Staatsangehörigkeiten (2c) ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | Anteil an Gesamt | 2025 | Anteil an Gesamt | |
|---|---|---|---|---|
| unerlaubte Einreisen | ||||
| Gesamt (20 häufigste Staatsangehörigkeiten im Jahr 2025) | 64.155 | 76,8 Prozent | 44.896 | 71,3 Prozent |
| ukrainisch | 10.217 | 12,2 Prozent | 7.096 | 11,3 Prozent |
| afghanisch | 8.254 | 9,9 Prozent | 5.188 | 8,2 Prozent |
| syrisch | 15.926 | 19,1 Prozent | 4.911 | 7,8 Prozent |
| türkisch | 6.155 | 7,4 Prozent | 4.719 | 7,5 Prozent |
| algerisch | 2.529 | 3,0 Prozent | 3.188 | 5,1 Prozent |
| indisch | 2.399 | 2,9 Prozent | 2.121 | 3,4 Prozent |
| marokkanisch | 2.230 | 2,7 Prozent | 2.090 | 3,3 Prozent |
| albanisch | 1.641 | 2,0 Prozent | 1.693 | 2,7 Prozent |
| somalisch | 1.638 | 2,0 Prozent | 1.520 | 2,4 Prozent |
| tunesisch | 1.587 | 1,9 Prozent | 1.491 | 2,4 Prozent |
| russisch | 1.611 | 1,9 Prozent | 1.250 | 2,0 Prozent |
| chinesisch | 1.257 | 1,5 Prozent | 1.232 | 2,0 Prozent |
| irakisch | 1.752 | 2,1 Prozent | 1.230 | 2,0 Prozent |
| serbisch | 914 | 1,1 Prozent | 1.111 | 1,8 Prozent |
| georgisch | 1.327 | 1,6 Prozent | 1.106 | 1,8 Prozent |
| kolumbianisch | 978 | 1,2 Prozent | 1.105 | 1,8 Prozent |
| eritreisch | 844 | 1,0 Prozent | 1.043 | 1,7 Prozent |
| kosovarisch | 869 | 1,0 Prozent | 1.008 | 1,6 Prozent |
| moldauisch | 1.057 | 1,3 Prozent | 899 | 1,4 Prozent |
| nigerianisch | 970 | 1,2 Prozent | 895 | 1,4 Prozent |
| weitere Staatsangehörigkeiten, welche im Jahr 2025 unter den 15 häufigsten Asylherkunftsländern lagen | ||||
| guineisch | 1.064 | 1,3 Prozent | 860 | 1,4 Prozent |
| iranisch | 1.248 | 1,5 Prozent | 743 | 1,2 Prozent |
| vietnamesisch | 911 | 1,1 Prozent | 676 | 1,1 Prozent |
| venezolanisch | 280 | 0,3 Prozent | 289 | 0,5 Prozent |
In wie vielen Fällen wurde bei Personen, die an der Grenze von der Bundespolizei bei einer unerlaubten Einreise aufgegriffen wurden, im Jahr 2025 bzw. 2024 ein Asylgesuch registriert (bitte nach Quartalen auflisten und dabei nach Grenzabschnitten bzw. Nachbarländern differenzieren), und wie viele Eurodac-Treffer gab es dabei (bitte nach Zeitraum, Land der ersten Registrierung und Grenzabschnitten differenzieren)?
Die Anzahl registrierter Asylgesuche im Zusammenhang mit einer unerlaubten Einreise und deren Aufschlüsselung nach Grenzart und Nachbarstaaten ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | |
| Asylgesuche im Zusammenhang mit unerlaubter Einreise | ||||||||||
| Gesamt | 4.361 | 5.313 | 5.038 | 3.467 | 18.179 | 1.579 | 1.300 | 1.285 | 964 | 5.128 |
| nach Grenzen | ||||||||||
| Landgrenze | 3.407 | 4.379 | 4.268 | 2.796 | 14.850 | 1.095 | 815 | 879 | 588 | 3.377 |
| Polen | 450 | 1.884 | 877 | 340 | 3.551 | 117 | 230 | 162 | 55 | 564 |
| Tschechien | 159 | 102 | 226 | 203 | 690 | 43 | 45 | 34 | 23 | 145 |
| Österreich | 432 | 359 | 411 | 370 | 1.572 | 116 | 104 | 196 | 170 | 586 |
| Schweiz | 1.321 | 1.020 | 1.649 | 998 | 4.988 | 381 | 212 | 171 | 120 | 884 |
| Frankreich | 546 | 544 | 540 | 343 | 1.973 | 155 | 72 | 102 | 74 | 403 |
| Luxemburg | 48 | 35 | 60 | 84 | 227 | 22 | 11 | 25 | 8 | 66 |
| Belgien | 185 | 202 | 203 | 260 | 850 | 157 | 88 | 94 | 72 | 411 |
| Niederlande | 52 | 31 | 53 | 72 | 208 | 44 | 15 | 38 | 29 | 126 |
| Dänemark | 38 | 18 | 28 | 15 | 99 | 1 | 5 | 4 | 1 | 11 |
| keiner Landgrenze zuzuordnen | 176 | 184 | 221 | 111 | 692 | 59 | 33 | 53 | 36 | 181 |
| Luftgrenze | 929 | 904 | 753 | 653 | 3.239 | 475 | 469 | 398 | 366 | 1.708 |
| Seegrenze | 25 | 30 | 17 | 18 | 90 | 9 | 16 | 8 | 10 | 43 |
Die statistische Erfassung von EURODAC-Treffern erfolgt nur im Zusammenhang mit einem gestellten Asylgesuch gegenüber den Grenzbehörden. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
4In wie vielen Fällen wurde bei Personen, die an der Grenze von der Bundespolizei bei einer unerlaubten Einreise aufgegriffen wurden, im Jahr 2025 bzw. 2024 ein Asylgesuch registriert, bitte zusätzlich differenzieren nach
4aGrenzabschnitten bzw. Nachbarländern und Monaten,
4bBundespolizeidirektionen,
4cden wichtigsten 20 Staatsangehörigkeiten, und wie viele der Betroffenen kamen aus einem der 15 wichtigsten Asylherkunftsländer (bitte in absoluten und relativen Zahlen angeben und auch die Gesamtsummen für diese Länder nennen),
4dder Zahl der Personen, die nach einem Asylgesuch an die zuständige Erstaufnahmeeinrichtung weitergeleitet wurden?
Die statistischen Daten zu Grenzabschnitten und Nachbarstaaten nach Monaten (4a) sind in der Anlage dargestellt.*
Die Anzahl der Asylgesuche im Zusammenhang mit einer unerlaubten Einreise nach feststellenden Bundespolizeidirektionen (4b) ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |
|---|---|---|
| Asylgesuche gegenüber Grenzbehörden im Zusammenhang mit unerlaubter Einreise | ||
| BPOLD Berlin | 2.276 | 449 |
| BPOLD Bad Bramstedt | 1.033 | 262 |
| BPOLD Flughafen Frankfurt am Main | 852 | 463 |
| BPOLD Hannover | 1.196 | 727 |
| BPOLD Koblenz | 1.508 | 451 |
| BPOLD München | 1.920 | 667 |
| BPOLD Pirna | 1.723 | 349 |
| BPOLD Stuttgart | 6.378 | 1.143 |
| BPOLD Sankt Augustin | 1.260 | 606 |
| Bayerische Grenzpolizei | 33 | 11 |
Die Anzahl der Asylgesuche im Zusammenhang mit einer unerlaubten Einreise nach Staatsangehörigkeiten (4c) ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | Anteil an Gesamt | 2025 | Anteil an Gesamt | |
|---|---|---|---|---|
| Asylgesuche gegenüber Grenzbehörden im Zusammenhang mit unerlaubter Einreise | ||||
| Gesamt (20 häufigste Staatsangehörigkeiten im Jahr 2025) | 16.399 | 90,2 Prozent | 4.452 | 86,8 Prozent |
| afghanisch | 3.828 | 21,1 Prozent | 1.326 | 25,9 Prozent |
| syrisch | 6.322 | 34,8 Prozent | 505 | 9,8 Prozent |
| türkisch | 1.381 | 7,6 Prozent | 388 | 7,6 Prozent |
| algerisch | 494 | 2,7 Prozent | 337 | 6,6 Prozent |
| russisch | 482 | 2,7 Prozent | 241 | 4,7 Prozent |
| iranisch | 578 | 3,2 Prozent | 202 | 3,9 Prozent |
| somalisch | 431 | 2,4 Prozent | 191 | 3,7 Prozent |
| marokkanisch | 411 | 2,3 Prozent | 185 | 3,6 Prozent |
| ukrainisch | 359 | 2,0 Prozent | 159 | 3,1 Prozent |
| tunesisch | 249 | 1,4 Prozent | 128 | 2,5 Prozent |
| chinesisch | 146 | 0,8 Prozent | 127 | 2,5 Prozent |
| irakisch | 523 | 2,9 Prozent | 118 | 2,3 Prozent |
| libysch | 116 | 0,6 Prozent | 107 | 2,1 Prozent |
| pakistanisch | 205 | 1,1 Prozent | 85 | 1,7 Prozent |
| eritreisch | 147 | 0,8 Prozent | 77 | 1,5 Prozent |
| guineisch | 226 | 1,2 Prozent | 74 | 1,4 Prozent |
| sudanesisch | 121 | 0,7 Prozent | 62 | 1,2 Prozent |
| indisch | 181 | 1,0 Prozent | 50 | 1,0 Prozent |
| nigerianisch | 109 | 0,6 Prozent | 49 | 1,0 Prozent |
| palästinensisch | 90 | 0,5 Prozent | 41 | 0,8 Prozent |
| weitere Staatsangehörigkeiten, welche im Jahr 2025 unter den 15 häufigsten Asylherkunftsländern lagen | ||||
| georgisch | 18 | 0,1 Prozent | 23 | 0,4 Prozent |
| kolumbianisch | 87 | 0,5 Prozent | 14 | 0,3 Prozent |
| venezolanisch | 34 | 0,2 Prozent | 9 | 0,2 Prozent |
| vietnamesisch | 5 | 0,0 Prozent | 2 | 0,0 Prozent |
Im Jahr 2025 erfolgte bei insgesamt 4.179 Personen, die nach unerlaubter Einreise ein Asylgesuch gegenüber den Grenzbehörden äußerten, die Weiterleitung an die zuständige Erstaufnahmeeinrichtung (4d) (einschließlich Flughafenasylverfahren (4d)). Im Jahr 2024 waren es 17.789 Personen.
Wie viele Zurückweisungen gab es an deutschen Grenzen im Jahr 2025 bzw. 2024 (bitte nach Quartalen auflisten und dabei nach Grenzabschnitten bzw. Nachbarländern differenzieren), und wie viele Asylsuchende waren darunter (bitte nach den wichtigsten Herkunftsländern, Grenzabschnitten und der Rechtsgrundlage für die Zurückweisung differenzieren)?
Die Anzahl aller vollzogenen Zurückweisungen und deren Aufschlüsselung nach Grenzart und Nachbarstaaten ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | |
| Zurückweisungen | ||||||||||
| Gesamt | 10.175 | 11.481 | 12.506 | 11.175 | 45.337 | 9.273 | 11.194 | 11.384 | 10.364 | 42.215 |
| nach Grenzen | ||||||||||
| Landgrenze | 8.261 | 9.513 | 10.565 | 9.304 | 37.643 | 7.439 | 9.313 | 9.237 | 8.474 | 34.463 |
| Polen | 2.388 | 3.330 | 2.144 | 1.525 | 9.387 | 1.436 | 2.083 | 1.210 | 1.251 | 5.980 |
| Tschechien | 714 | 1.109 | 689 | 626 | 3.138 | 581 | 612 | 595 | 522 | 2.310 |
| Österreich | 1.805 | 1.715 | 1.952 | 2.004 | 7.476 | 1.425 | 1.764 | 2.017 | 1.867 | 7.073 |
| Schweiz | 3.287 | 2.380 | 3.448 | 2.517 | 11.632 | 1.379 | 1.483 | 1.922 | 1.720 | 6.504 |
| Frankreich | 47 | 458 | 1.857 | 1.411 | 3.773 | 1.516 | 1.962 | 2.132 | 1.959 | 7.569 |
| Luxemburg | 1 | 110 | 91 | 265 | 467 | 211 | 223 | 249 | 226 | 909 |
| Belgien | 4 | 157 | 163 | 402 | 726 | 318 | 379 | 364 | 277 | 1.338 |
| Niederlande | 14 | 192 | 177 | 484 | 867 | 493 | 681 | 635 | 551 | 2.360 |
| Dänemark | 1 | 62 | 44 | 70 | 177 | 80 | 126 | 113 | 101 | 420 |
| Luftgrenze | 1.914 | 1.918 | 1.901 | 1.868 | 7.601 | 1.831 | 1.880 | 2.142 | 1.889 | 7.742 |
| Seegrenze | 50 | 40 | 3 | 93 | 3 | 1 | 5 | 1 | 10 |
Die Erhebung des Status der Person (zum Beispiel Asylnachsuchender) erfolgt im Zusammenhang mit aufenthaltsverhindernden Maßnahmen nicht. Hier wird lediglich die Rechtsgrundlage von Zurückweisungen erfasst. Diese stellen sich wie folgt dar:
| 2024 | 2025 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | |
| Zurückweisungen | ||||||||||
| nach Rechtsgrundlage | ||||||||||
| gemäß Aufenthaltsgesetz (AufenthG) | 10.123 | 11.398 | 12.428 | 11.122 | 45.071 | 9.197 | 10.841 | 10.939 | 9.981 | 40.958 |
| gemäß Asylgesetz (AsylG) | 40 | 46 | 44 | 33 | 163 | 43 | 305 | 421 | 338 | 1.107 |
| gemäß Gesetz über die allgemeine Freizügigkeit von Unionsbürgern (FreizügG/ EU) | 12 | 37 | 34 | 20 | 103 | 33 | 48 | 24 | 45 | 150 |
Die aufgeschlüsselten Daten von Zurückweisungen gemäß Asylgesetz sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | |
| Zurückweisungen gemäß AsylG | ||||||||||
| Gesamt | 40 | 46 | 44 | 33 | 163 | 43 | 305 | 421 | 338 | 1.107 |
| nach Grenzen | ||||||||||
| Landgrenze | 6 | 2 | 8 | 5 | 21 | 12 | 275 | 390 | 315 | 992 |
| Polen | 133 | 29 | 21 | 183 | ||||||
| Tschechien | 1 | 1 | 2 | 8 | 26 | 7 | 41 | |||
| Österreich | 6 | 1 | 8 | 4 | 19 | 11 | 38 | 141 | 175 | 365 |
| Schweiz | 16 | 52 | 14 | 82 | ||||||
| Frankreich | 21 | 42 | 39 | 102 | ||||||
| Luxemburg | 7 | 21 | 9 | 37 | ||||||
| Belgien | 37 | 56 | 34 | 127 | ||||||
| Niederlande | 13 | 21 | 16 | 50 | ||||||
| Dänemark | 1 | 2 | 2 | 5 | ||||||
| Luftgrenze | 34 | 44 | 36 | 28 | 142 | 31 | 30 | 31 | 23 | 115 |
| Seegrenze | ||||||||||
| 20 häufigste Staatsangehörigkeiten im Jahr 2025 | ||||||||||
| afghanisch | 1 | 1 | 2 | 2 | 6 | 3 | 68 | 38 | 32 | 141 |
| türkisch | 2 | 1 | 1 | 1 | 5 | 2 | 5 | 74 | 31 | 112 |
| algerisch | 1 | 2 | 3 | 24 | 40 | 32 | 96 | |||
| ukrainisch | 16 | 52 | 17 | 85 | ||||||
| somalisch | 36 | 6 | 24 | 66 | ||||||
| russisch | 1 | 2 | 3 | 1 | 9 | 21 | 26 | 57 | ||
| syrisch | 2 | 9 | 1 | 12 | 10 | 30 | 14 | 54 | ||
| marokkanisch | 8 | 4 | 3 | 2 | 17 | 13 | 12 | 17 | 42 | |
| iranisch | 1 | 1 | 2 | 1 | 21 | 15 | 39 | |||
| chinesisch | 10 | 10 | 12 | 32 | ||||||
| libysch | 2 | 14 | 15 | 31 | ||||||
| tunesisch | 1 | 1 | 2 | 2 | 6 | 9 | 14 | 31 | ||
| eritreisch | 20 | 4 | 6 | 30 | ||||||
| irakisch | 1 | 13 | 7 | 2 | 23 | 1 | 6 | 11 | 9 | 27 |
| georgisch | 1 | 1 | 5 | 2 | 10 | 4 | 21 | |||
| pakistanisch | 2 | 2 | 2 | 8 | 5 | 5 | 20 | |||
| äthiopisch | 4 | 4 | 8 | 2 | 18 | |||||
| guineisch | 1 | 1 | 7 | 5 | 2 | 14 | ||||
| tansanisch | 2 | 2 | 8 | 1 | 1 | 2 | 12 | |||
| sudanesisch | 1 | 8 | 2 | 11 |
6Wie viele Zurückweisungen gab es an deutschen Grenzen im Jahr 2025 bzw. 2024, bitte zusätzlich differenzieren nach
6aGrenzabschnitten bzw. Nachbarländern und Monaten,
6bBundespolizeidirektionen,
6cden wichtigsten 20 Staatsangehörigkeiten, und wie viele der Betroffenen kamen aus einem der 15 wichtigsten Asylherkunftsländer (bitte in absoluten und relativen Zahlen angeben und auch die Gesamtsummen für diese Länder nennen),
6dden Gründen der Zurückweisung?
Die statistischen Daten zu Grenzabschnitten und Nachbarstaaten nach Monaten (6a) ist in der Anlage dargestellt.*
Die Anzahl der vollzogenen Zurückweisenden nach Bundespolizeidirektionen (6b) ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |
|---|---|---|
| Zurückweisungen | ||
| BPOLD Berlin | 6.550 | 4.626 |
| BPOLD Bad Bramstedt | 1.342 | 1.337 |
| BPOLD Flughafen Frankfurt am Main | 2.373 | 2.206 |
| BPOLD Hannover | 743 | 1.453 |
| BPOLD Koblenz | 2.354 | 3.291 |
| BPOLD München | 9.325 | 8.784 |
| BPOLD Pirna | 5.218 | 3.128 |
| BPOLD Stuttgart | 14.187 | 12.585 |
| BPOLD Sankt Augustin | 2.884 | 4.390 |
| Bayerische Grenzpolizei | 361 | 415 |
Die Anzahl der vollzogenen Zurückweisungen nach Staatsangehörigkeiten (6c) ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | Anteil an Gesamt | 2025 | Anteil an Gesamt | |
|---|---|---|---|---|
| Zurückweisungen | ||||
| Gesamt (20 häufigste Staatsangehörigkeiten im Jahr 2025) | 35.297 | 77,9 Prozent | 30.914 | 73,2 Prozent |
| ukrainisch | 7.858 | 17,3 Prozent | 5.902 | 14,0 Prozent |
| türkisch | 3.646 | 8,0 Prozent | 3.007 | 7,1 Prozent |
| afghanisch | 3.445 | 7,6 Prozent | 2.704 | 6,4 Prozent |
| algerisch | 1.338 | 3,0 Prozent | 2.404 | 5,7 Prozent |
| syrisch | 6.579 | 14,5 Prozent | 2.241 | 5,3 Prozent |
| albanisch | 1.409 | 3,1 Prozent | 1.762 | 4,2 Prozent |
| marokkanisch | 1.291 | 2,8 Prozent | 1.508 | 3,6 Prozent |
| kosovarisch | 1.285 | 2,8 Prozent | 1.451 | 3,4 Prozent |
| georgisch | 1.151 | 2,5 Prozent | 1.219 | 2,9 Prozent |
| tunesisch | 880 | 1,9 Prozent | 1.117 | 2,6 Prozent |
| moldauisch | 1.035 | 2,3 Prozent | 1.080 | 2,6 Prozent |
| serbisch | 818 | 1,8 Prozent | 1.020 | 2,4 Prozent |
| eritreisch | 530 | 1,2 Prozent | 926 | 2,2 Prozent |
| somalisch | 624 | 1,4 Prozent | 907 | 2,1 Prozent |
| kolumbianisch | 587 | 1,3 Prozent | 693 | 1,6 Prozent |
| russisch | 557 | 1,2 Prozent | 637 | 1,5 Prozent |
| irakisch | 519 | 1,1 Prozent | 620 | 1,5 Prozent |
| indisch | 779 | 1,7 Prozent | 615 | 1,5 Prozent |
| mazedonisch | 538 | 1,2 Prozent | 586 | 1,4 Prozent |
| ägyptisch | 428 | 0,9 Prozent | 515 | 1,2 Prozent |
| weitere Staatsangehörigkeiten, welche im Jahr 2025 unter den 15 häufigsten Asylherkunftsländern lagen | ||||
| guineisch | 494 | 1,1 Prozent | 508 | 1,2 Prozent |
| chinesisch | 328 | 0,7 Prozent | 488 | 1,2 Prozent |
| vietnamesisch | 691 | 1,5 Prozent | 430 | 1,0 Prozent |
| iranisch | 393 | 0,9 Prozent | 360 | 0,9 Prozent |
| venezolanisch | 133 | 0,3 Prozent | 172 | 0,4 Prozent |
Die Anzahl der vollzogenen Zurückweisungen nach Gründen (6d) ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | ||
|---|---|---|---|
| Zurückweisungen | |||
| gemäß AufenthG | (A) ohne gültiges Reisedokument | 17.501 | 16.366 |
| (B) im Besitz eines falschen, ge- oder verfälschten Reisedokuments | 293 | 385 | |
| (C) ohne gültiges Visum oder gültigen Aufenthaltstitel | 18.930 | 15.373 | |
| (D) im Besitz eines falschen, ge- oder verfälschten Visums oder Aufenthaltstitels | 67 | 98 | |
| (E) verfügt nicht über die erforderlichen Dokumente zum Nachweis von Aufenthaltszweck und -bedingungen | 2.075 | 2.107 | |
| (F) hat sich bereits 90 Tage innerhalb eines Zeitraumes von 180 Tagen im Gebiet der Schengenstaaten aufgehalten | 2.551 | 2.657 | |
| (G) verfügt nicht über ausreichende Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts | 1.076 | 989 | |
| (H1) Ausschreibung zur Einreiseverweigerung im Schengener Informationssystem | 895 | 861 | |
| (H2) Ausschreibung zur Einreiseverweigerung in nationalen Fahndungsbeständen | 1.116 | 1.151 | |
| (I) Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen | 567 | 971 | |
| gemäß AsylG | § 18 Absatz 2 | 41 | 1.016 |
| § 18a Absatz 3: unbegründeter Asylantrag im Rahmen des sog. Flughafenasylverfahren | 122 | 91 | |
| gemäß FreizügG/EU | 103 | 150 |
Welche Angaben kann die Bundesregierung machen zum „Verbleib“ der bei einer unerlaubten Einreise an den deutschen Grenzen im Jahr 2025 bzw. 2024 festgestellten Personen (bitte wie in der Antwort zu Frage 7 auf Bundestagsdrucksache 20/12827 auflisten)?
Der Verbleib der Personen nach Feststellung der unerlaubten Einreise im Jahr 2025 und 2024 ist in der Anlage dargestellt.*
Wie viele Zurückweisungen von Asylsuchenden nach § 18 Absatz 2 AsylG gab es seit dem 7. Mai 2025 (bitte nach Monaten, Grenzabschnitten und den 15 wichtigsten Herkunftsländern der Betroffenen aufschlüsseln)?
Der Erfassung von Zurückweisungen von Asylsuchenden im Rahmen der vorübergehend wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen an allen landseitigen deutschen Binnengrenzen liegt die Weisung des Bundesministeriums des Innern vom 7. Mai 2025 zugrunde. Vom 8. Mai 2025 bis zum 31. Dezember 2025 erfolgten insgesamt 996 Zurückweisungen gemäß§ 18 Absatz 2 AsylG. Weitere Daten sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2025 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 08.-31. Mai | Juni | Juli | August | September | Oktober | November | Dezember | |
| Zurückweisungen gemäß§ 18 Absatz 2 AsylG | ||||||||
| Gesamt | 119 | 159 | 143 | 133 | 122 | 94 | 132 | 94 |
| nach Grenzen | ||||||||
| Landweg | 117 | 157 | 140 | 130 | 120 | 93 | 128 | 94 |
| Polen | 41 | 92 | 8 | 17 | 4 | 2 | 12 | 7 |
| Tschechien | 1 | 7 | 10 | 6 | 10 | 1 | 3 | 3 |
| Österreich | 19 | 19 | 46 | 55 | 40 | 57 | 66 | 52 |
| Schweiz | 10 | 6 | 30 | 11 | 11 | 6 | 4 | 4 |
| Frankreich | 7 | 14 | 20 | 6 | 16 | 6 | 14 | 19 |
| Luxemburg | 6 | 1 | 3 | 5 | 13 | 2 | 7 | |
| Belgien | 25 | 11 | 17 | 20 | 19 | 14 | 13 | 7 |
| Niederlande | 7 | 6 | 6 | 10 | 5 | 5 | 9 | 2 |
| Dänemark | 1 | 1 | 2 | |||||
| Luftweg | 2 | 2 | 3 | 3 | 2 | 1 | 4 | |
| 15 häufigste Staatsangehörigkeiten | ||||||||
| afghanisch | 23 | 45 | 22 | 9 | 7 | 15 | 11 | 6 |
| türkisch | 2 | 2 | 21 | 30 | 23 | 14 | 15 | 2 |
| algerisch | 18 | 6 | 11 | 14 | 14 | 10 | 15 | 7 |
| ukrainisch | 4 | 12 | 20 | 21 | 11 | 2 | 9 | 6 |
| somalisch | 8 | 28 | 2 | 1 | 8 | 9 | 3 | |
| russisch | 3 | 6 | 8 | 1 | 11 | 4 | 17 | 5 |
| syrisch | 3 | 7 | 9 | 10 | 11 | 4 | 9 | 1 |
| marokkanisch | 7 | 4 | 4 | 6 | 2 | 4 | 9 | 2 |
| iranisch | 1 | 13 | 3 | 1 | 3 | 3 | 7 | |
| chinesisch | 9 | 6 | 4 | 4 | 2 | 6 | ||
| libysch | 1 | 1 | 2 | 6 | 6 | 1 | 6 | 8 |
| eritreisch | 13 | 7 | 2 | 2 | 3 | 3 | ||
| tunesisch | 4 | 2 | 3 | 4 | 2 | 7 | 3 | |
| irakisch | 1 | 2 | 3 | 6 | 1 | 7 | ||
| pakistanisch | 4 | 4 | 1 | 1 | 1 | 2 | 1 | 2 |
Wie viele Asylsuchende wurden nicht zurückgewiesen, weil sie als vulnerabel eingestuft wurden (bitte nach Monaten, Grenzabschnitten und den 15 wichtigsten Herkunftsländern der Betroffenen aufschlüsseln)?
Die Bundespolizei erhebt keine statistischen Daten im Sinne der Fragestellung.
Wie viele Eil- bzw. Klageverfahren gegen Zurückweisungen von Asylsuchenden durch die Bundespolizei sind derzeit noch bei den Verwaltungsgerichten anhängig, und welche Entscheidungen sind bereits ergangen (bitte mit Gericht, Aktenzeichen und Inhalt der Entscheidung auflisten)?
Bei den Verwaltungsgerichten sind derzeit elf Hauptsacheverfahren (HS) und acht Eilverfahren anhängig sowie ein Hauptsacheverfahren rechtskräftig abgeschlossen. Weitere Informationen sind nachfolgend dargestellt.
| Gericht | Aktenzeichen | Inhalt der Entscheidung |
|---|---|---|
| VG Berlin (Eil) | 6 L 191/25 | Gestattung Grenzübertritt (nicht Einreise) zwecks Durchführung der Dublin-III-Zuständigkeitsprüfung |
| VG Berlin (Eil) | 6 L 192/25 | |
| VG Berlin (Eil) | 6 L 193/25 | |
| VG München (Eil) | M 24 E 25.4518 | Einstellung, wegen gegenseitiger Erledigungserklärung |
| VG München (Eil und HS) | M 29 S 25.33268, M 29 K 25.33267 | Einstellung, wegen gegenseitiger Erledigungserklärung |
| VG Karlsruhe (Eil) | A 1 K 6656/25 | Einstellung mangels Anordnungsgrund, da Einreise schon erfolgt |
| VG Karlsruhe (Eil) | A 13 K 6042/25 | Einstellung, wegen gegenseitiger Erledigungserklärung |
| VG Köln (Eil) | 19 L 3228/25.A | Antrag abgelehnt, da kein Asylgesuch geäußert |
Welche Reaktionen seitens anderer Mitgliedstaaten und der EU-Kommission gab es seit dem 7. Mai 2025 auf die von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt angeordneten Zurückweisungen von Asylsuchenden sowie auf die fortgesetzten Grenzkontrollen an allen deutschen Binnengrenzen (bitte differenziert darstellen), und was hat die Bundesregierung darauf erwidert?
Die Bundesregierung steht mit der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten in einem regelmäßigen Austausch. Die Reaktionen sind abhängig von der jeweiligen Betroffenheit unterschiedlich ausgeprägt. Dabei erfolgt insbesondere der Dialog mit den Mitgliedstaaten nicht nur auf der ministeriellen Ebene, sondern auch auf der langjährig bewährten und vertrauensvollen fachbehördlichen Ebene unmittelbar vor Ort. Die Bundesregierung nimmt in diesen Austauschformaten die teilweise vorgetragenen Belastungen in den Grenzregionen zur Kenntnis und setzt sich für die Suche nach Lösungen vor Ort ein; sie unterstreicht aber auch die derzeitige Erforderlichkeit der vorübergehend wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen. Datum und Format der Gespräche werden statistisch nicht erfasst. Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 27 der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf Bundestagsdrucksache 21/3358 verwiesen.
Wie viele Einsätze der Bundespolizei gab es im Jahr 2025 bzw. 2024, und wie viele Einsätze zur „Grenzsicherung“ waren darunter (bitte nach Bundesländern differenziert auflisten)?
Ein polizeilicher Einsatz liegt vor, wenn operative polizeiliche Aufgaben unter Nutzung personeller und materieller Ressourcen wahrgenommen werden. Nicht jede Grenzkontrolltätigkeit bedingt einen einzelnen Einsatz im Einsatzleitstellensystem (ELS BPOL). Einsätze können auch als „Tageseinsatz“ angelegt sein. Maßnahmen zur „Grenzsicherung“ können auch im Rahmen der bahnpolizeilichen Aufgabenwahrnehmung erfolgen. Eine Differenzierung ist in diesen Fällen nicht möglich. Insofern ist die Anzahl an Einsätzen zur „Grenzsicherung“ nicht abschließend.
In der Bundespolizei findet dementsprechend täglich eine Vielzahl von Einsatzmaßnahmen im Rahmen der originären Aufgabenwahrnehmung statt. Die Einsatzmaßnahmen betreffen hierbei alle Aufgabenbereiche, welche der Bundespolizei nach dem Bundespolizeigesetz obliegen. Sie sind ferner in ihrer Zielrichtung (präventiv/repressiv), ihrem jeweiligen Umfang (Wahrnehmung in der Allgemeinen Aufbauorganisation / Besonderen Aufbauorganisation) und dem Anlasszeitpunkt (ad hoc/geplant) unterschiedlich.
Die Bundespolizei dokumentierte im Jahr 2024 insgesamt 1.046.120 Einsätze und im Jahr 2025 insgesamt 1.072.661 Einsätze. Aufgrund des weit zu fassenden Begriffs „Grenzsicherung“ bilden die nachfolgend dargestellten Werte die Einsätze ab, welche im Rahmen der grenzpolizeilichen Aufgabenwahrnehmung durchgeführt wurden. Dies waren im Jahr 2024 insgesamt 251.313 und im Jahr 2025 insgesamt 262.639 Einsätze. Eine differenzierte Auflistung nach Ländern und Jahren ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |
|---|---|---|
| Gesamtanzahl der Einsätze der Bundespolizei | 1.046.120 | 1.072.661 |
| davon zur Grenzsicherung | 251.313 | 262.639 |
| Einsätze zur Grenzsicherung nach Ländern gemäß räumlicher Zuständigkeit der Bundespolizeiinspektionen | ||
| Bayern | 40.381 | 42.748 |
| Baden-Württemberg | 21.531 | 21.314 |
| Berlin | 18.615 | 20.447 |
| Brandenburg | 20.514 | 23.339 |
| Hamburg | 7.712 | 7.842 |
| Hessen | 25.877 | 25.985 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 10.834 | 12.598 |
| Niedersachsen + Bremen | 7.147 | 7.937 |
| Nordrhein-Westfalen | 43.762 | 43.942 |
| Rheinland-Pfalz | 7.208 | 5.212 |
| Saarland | 5.389 | 5.541 |
| Sachsen | 32.053 | 33.678 |
| Sachsen-Anhalt | 12 | 15 |
| Schleswig-Holstein | 9.892 | 11.495 |
| Thüringen | 386 | 546 |
Wie viele strafrechtliche Ermittlungsverfahren wurden im Jahr 2025 bzw. 2024 gegen unerlaubt eingereiste Personen eingeleitet (bitte auch nach Quartalen und den 15 wichtigsten Herkunftsländern bzw. den 15 wichtigsten Straftatbeständen differenzieren), und welchen Deliktgruppen sind die Straftaten vor allem zuzuordnen (z. B. Verstöße gegen das Aufenthalts- bzw. Freizügigkeitsgesetz, Urkundenfälschung, Straßenverkehrsdelikte, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Steuerdelikte usw.; bitte quantifizieren)?
Den unerlaubt eingereisten Personen wurden im Tatzusammenhang zu ihrer unerlaubten Einreise im Jahr 2024 insgesamt 151.020 Delikte und im Jahr 2025 insgesamt 99.052 Delikte im Sinne der Fragestellung zugeordnet.
Die Staatsangehörigkeiten entsprechen denen der unerlaubt eingereisten Personen. Auf die Antwort zu Frage 2 wird verwiesen.
Die 15 häufigsten Delikte sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | |
| Delikte im Zusammenhang mit unerlaubter Einreise | ||||||||||
| § 95 Absatz 1 Nr. 3 AufenthG | 18.890 | 21.319 | 20.851 | 18.265 | 79.325 | 13.823 | 15.651 | 15.664 | 14.245 | 59.383 |
| § 95 Absatz 1 Nr. 2 AufenthG | 10.625 | 11.246 | 9.586 | 8.221 | 39.678 | 5.444 | 5.387 | 5.621 | 5.066 | 21.518 |
| § 95 Absatz 1 Nr. 1 AufenthG | 6.198 | 6.194 | 5.450 | 4.138 | 21.980 | 2.250 | 2.244 | 2.264 | 2.145 | 8.903 |
| § 95 Absatz 2 Nr. 1 AufenthG | 812 | 831 | 592 | 739 | 2.974 | 733 | 716 | 658 | 713 | 2.820 |
| § 95 Absatz 2 Nr. 2 AufenthG | 355 | 361 | 328 | 384 | 1.428 | 309 | 309 | 372 | 360 | 1.350 |
| § 267 Absatz 1 StGB | 273 | 279 | 283 | 252 | 1.087 | 206 | 216 | 232 | 266 | 920 |
| § 34 KCanG | 89 | 112 | 187 | 388 | 202 | 223 | 197 | 206 | 828 | |
| § 276 Absatz 1 Nr. 1 StGB | 163 | 175 | 136 | 152 | 626 | 103 | 106 | 103 | 140 | 452 |
| § 281 StGB | 123 | 116 | 146 | 129 | 514 | 92 | 108 | 90 | 91 | 381 |
| § 95 Absatz 6 AufenthG | 65 | 91 | 121 | 59 | 336 | 57 | 58 | 73 | 57 | 245 |
| § 21 Absatz 1 Nr. 1 StVG | 35 | 41 | 35 | 43 | 154 | 38 | 72 | 58 | 59 | 227 |
| § 9 FreizügG/EU | 37 | 46 | 41 | 51 | 175 | 49 | 52 | 44 | 51 | 196 |
| § 29 Absatz 1 Nr. 1 BtMG | 150 | 44 | 43 | 37 | 274 | 33 | 35 | 40 | 26 | 134 |
| § 52 Absatz 3 Nr. 1 WaffG | 36 | 33 | 26 | 35 | 130 | 34 | 34 | 27 | 36 | 131 |
| § 263 Absatz 1 StGB | 17 | 19 | 33 | 25 | 94 | 22 | 31 | 11 | 24 | 88 |
Die Zuordnung aller Delikte zu den Deliktgruppen ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | |
| Delikte im Zusammenhang mit unerlaubter Einreise | ||||||||||
| Verstoß AufenthG | 36.975 | 40.086 | 36.968 | 31.839 | 145.86 8 | 22.657 | 24.404 | 24.693 | 22.629 | 94.383 |
| Urkundenfälschungen | 810 | 758 | 825 | 729 | 3.122 | 552 | 546 | 524 | 624 | 2.246 |
| Betäubungsmittel | 243 | 151 | 171 | 254 | 819 | 250 | 277 | 260 | 256 | 1.043 |
| Straßenverkehrsdelikte | 62 | 71 | 60 | 70 | 263 | 67 | 90 | 67 | 69 | 293 |
| Verstoß FreizügG/EU | 37 | 46 | 41 | 51 | 175 | 49 | 52 | 44 | 51 | 196 |
| Waffendelikte | 43 | 43 | 36 | 57 | 179 | 42 | 44 | 35 | 45 | 166 |
| Widerstand gegen die Staatsgewalt | 30 | 24 | 20 | 36 | 110 | 41 | 55 | 35 | 21 | 152 |
| sonstige Straftaten | 17 | 16 | 17 | 25 | 75 | 30 | 35 | 34 | 28 | 127 |
| Betrug und Untreue | 23 | 29 | 40 | 30 | 122 | 29 | 36 | 12 | 24 | 101 |
| Eigentumsdelikte | 22 | 22 | 31 | 19 | 94 | 28 | 26 | 11 | 19 | 84 |
| Verstoß AsylG | 11 | 4 | 8 | 23 | 12 | 9 | 10 | 7 | 38 | |
| Steuerstraftaten | 3 | 1 | 2 | 4 | 10 | 13 | 10 | 5 | 6 | 34 |
| Straftaten gegen die persönliche Freiheit | 2 | 7 | 1 | 4 | 14 | 5 | 8 | 14 | 6 | 33 |
| Begünstigung und Hehlerei | 9 | 10 | 10 | 8 | 37 | 9 | 8 | 7 | 8 | 32 |
| Sprengstoffdelikte | 4 | 4 | 1 | 26 | 35 | 7 | 2 | 3 | 19 | 31 |
| Körperverletzungsdelikte | 7 | 11 | 5 | 7 | 30 | 4 | 15 | 7 | 1 | 27 |
| Sachbeschädigung | 2 | 3 | 4 | 3 | 12 | 5 | 2 | 5 | 2 | 14 |
| Eingriffe und Störungen | 2 | 2 | 3 | 3 | 3 | 4 | 13 | |||
| Geld- und Wertzeichenfälschung | 5 | 2 | 5 | 12 | 6 | 1 | 3 | 1 | 11 | |
| Staatsschutz | 2 | 5 | 2 | 1 | 10 | 3 | 2 | 2 | 3 | 10 |
| gemeingefährliche Straftaten | 1 | 1 | 2 | 1 | 2 | 5 | ||||
| Straftaten gegen die öffentliche Ordnung | 1 | 1 | 2 | 2 | 3 | 5 | ||||
| Sexualdelikte | 1 | 1 | 2 | 2 | 4 | |||||
| Amtsdelikte | 2 | 1 | 3 | 2 | 2 | |||||
| Raubdelikte | 1 | 1 | ||||||||
| Luftsicherheit | 1 | 1 | 1 | 1 |
Wie viele Aufgriffe unerlaubt eingereister, unbegleiteter Minderjähriger gab es an deutschen Grenzen im Jahr 2025 bzw. 2024, wie viele von ihnen wurden in die Obhut der Jugendämter gegeben, und wie viele wurden zurückgewiesen (bitte nach Quartalen auflisten und dabei nach Grenzabschnitten bzw. Nachbarländern und den zehn wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Die festgestellten unerlaubten Einreisen und Zurückweisungen unbegleiteter Minderjähriger sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
Hinweis:
Die statistische Erfassung von unerlaubten Einreisen (Straftaten) und Zurückweisungen erfolgt voneinander unabhängig. In den Daten der Zurückweisungen sind Maßnahmen enthalten, denen eine unerlaubte Einreise vorausgeht und denen keine unerlaubte Einreise im strafrechtlichen Sinne zugrunde liegt.
| 2024 | 2025 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | |
| Feststellungen unbegleiteter Minderjähriger | ||||||||||
| unerlaubte Einreisen | 1.105 | 1.192 | 1.608 | 1.056 | 4.961 | 519 | 700 | 651 | 584 | 2.454 |
| davon Weiterleitung an das Jugendamt | 805 | 907 | 1.176 | 697 | 3.585 | 308 | 370 | 277 | 250 | 1.205 |
| Zurückweisungen | 355 | 418 | 531 | 353 | 1.657 | 145 | 333 | 274 | 254 | 1.006 |
Die Aufschlüsselung der unerlaubten Einreisen unbegleiteter Minderjähriger nach Grenzart, Nachbarländern und den zehn häufigsten Staatsangehörigen sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | 1. Qu. | 2. Qu. | 3. Qu. | 4. Qu. | Gesamt | |
| unerlaubte Einreisen unbegleiteter Minderjähriger | ||||||||||
| nach Grenzen | ||||||||||
| Landgrenze | 1.076 | 1.167 | 1.563 | 1.035 | 4.841 | 501 | 688 | 629 | 576 | 2.394 |
| Polen | 87 | 353 | 313 | 107 | 860 | 44 | 220 | 57 | 47 | 368 |
| Tschechien | 16 | 16 | 32 | 35 | 99 | 13 | 22 | 15 | 13 | 63 |
| Österreich | 218 | 147 | 249 | 242 | 856 | 53 | 82 | 88 | 82 | 305 |
| Schweiz | 400 | 363 | 588 | 302 | 1.653 | 138 | 122 | 234 | 239 | 733 |
| Frankreich | 201 | 170 | 222 | 190 | 783 | 133 | 143 | 124 | 118 | 518 |
| Luxemburg | 11 | 6 | 12 | 15 | 44 | 11 | 11 | 9 | 8 | 39 |
| Belgien | 61 | 48 | 63 | 86 | 258 | 55 | 41 | 37 | 29 | 162 |
| Niederlande | 19 | 19 | 22 | 26 | 86 | 34 | 36 | 44 | 21 | 135 |
| Dänemark | 10 | 1 | 2 | 13 | 2 | 1 | 4 | 2 | 9 | |
| keiner Landgrenze zuzuordnen | 53 | 45 | 61 | 30 | 189 | 18 | 10 | 17 | 17 | 62 |
| Luftgrenze | 27 | 21 | 43 | 21 | 112 | 17 | 10 | 21 | 8 | 56 |
| Seegrenze | 2 | 4 | 2 | 8 | 1 | 2 | 1 | 4 | ||
| zehn häufigste Staatsangehörigkeiten im Jahr 2025 | ||||||||||
| somalisch | 58 | 168 | 238 | 74 | 538 | 34 | 168 | 81 | 132 | 415 |
| afghanisch | 162 | 215 | 272 | 237 | 886 | 86 | 110 | 94 | 79 | 369 |
| algerisch | 51 | 47 | 67 | 63 | 228 | 49 | 43 | 52 | 61 | 205 |
| ukrainisch | 56 | 61 | 51 | 34 | 202 | 34 | 65 | 40 | 43 | 182 |
| syrisch | 328 | 246 | 521 | 333 | 1.428 | 62 | 32 | 49 | 34 | 177 |
| guineisch | 149 | 102 | 69 | 83 | 403 | 64 | 38 | 33 | 40 | 175 |
| marokkanisch | 58 | 60 | 72 | 45 | 235 | 34 | 43 | 59 | 35 | 171 |
| eritreisch | 5 | 16 | 20 | 7 | 48 | 8 | 55 | 48 | 21 | 132 |
| türkisch | 21 | 21 | 42 | 20 | 104 | 15 | 11 | 27 | 12 | 65 |
| tunesisch | 36 | 19 | 34 | 19 | 108 | 17 | 10 | 12 | 13 | 52 |
In wie vielen Fällen gab es im Jahr 2025 bzw. 2024 Zurückweisungen an der Grenze nach einem parallel durchgeführten Dublin-Verfahren (bitte nach Monaten, wichtigsten Staatsangehörigkeiten und Mitgliedstaaten differenzieren)?
Die statistischen Daten zu Zurückweisungen nach einem durchgeführten Dublin Verfahren sind in der Anlage dargestellt.*
Welche Angaben kann die Bundesregierung machen zu Aufgriffen, Zurückweisungen und Festnahmen sogenannter Schleuser bzw. entsprechender Ermittlungsverfahren bei Kontrollen der Bundespolizei an den Grenzen im Jahr 2025 bzw. 2024 (bitte zusätzlich nach Monaten, Grenzabschnitten bzw. Landesgrenzen, wichtigsten Staatsangehörigkeiten, stationärer Kontrolle bzw. Schleierfahndung bzw. Schwerpunktkontrolle differenzieren)?
Die statistischen Daten zu Feststellungen von Schleusern nach Grenzabschnitten und Nachbarstaaten nach Monaten ist in der Anlage dargestellt.* Die Anzahl der Schleuser nach den wichtigsten 20 Staatsangehörigkeiten und nach Aufgriffsort ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt. Weitere Informationen im Sinne der Fragestellung liegen nicht vor.
| 2024 | 2025 | |
|---|---|---|
| Schleuser | ||
| 20 häufigste Staatsangehörigkeiten im Jahr 2025 | ||
| syrisch | 253 | 207 |
| ukrainisch | 256 | 181 |
| türkisch | 158 | 147 |
| afghanisch | 96 | 117 |
| deutsch | 96 | 80 |
| albanisch | 37 | 58 |
| irakisch | 42 | 44 |
| französisch | 33 | 38 |
| serbisch | 43 | 35 |
| algerisch | 15 | 33 |
| kosovarisch | 23 | 32 |
| pakistanisch | 24 | 31 |
| rumänisch | 34 | 28 |
| moldauisch | 40 | 27 |
| chinesisch | 11 | 26 |
| georgisch | 29 | 25 |
| italienisch | 12 | 22 |
| niederländisch | 16 | 20 |
| tunesisch | 9 | 20 |
| belgisch | 14 | 19 |
| bosnisch-herzegowinisch | 6 | 19 |
| vietnamesisch | 19 | 19 |
| Aufgriffsort | ||
| Grenzübergang | 1.091 | 1.397 |
| Grenzgebiet bis zu einer Tiefe von 30 Kilometern | 501 | 183 |
| Inland | 72 | 46 |
Gegen wie viele der im Jahr 2025 bzw. 2024 bei einer unerlaubten Einreise festgestellten Personen lag ein Einreise- bzw. Aufenthaltsverbot vor (bitte in absoluten und relativen Zahlen angeben und nach den 15 wichtigsten Herkunftsstaaten differenzieren), wie viele dieser Personen wurden zurückgewiesen bzw. zurückgeschoben bzw. wie vielen wurde infolge eines Asylgesuchs der Zugang zu einem Asylverfahren gewährt (bitte ebenfalls nach den 15 wichtigsten Herkunftsstaaten differenzieren)?
Die Feststellungen unerlaubt eingereister Personen mit Einreise- und Aufenthaltsverbot sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |||
|---|---|---|---|---|
| Gesamt | Anteil an unerlaubten Einreisen | Gesamt | Anteil an unerlaubten Einreisen | |
| unerlaubte Einreisen mit Einreise- und Aufenthaltsverbot | ||||
| Gesamt | 2.284 | 2,7 Prozent | 2.326 | 3,7 Prozent |
| 15 häufigste Staatsangehörigkeiten im Jahr 2025 | ||||
| afghanisch | 246 | 3,0 Prozent | 207 | 4,0 Prozent |
| syrisch | 233 | 1,5 Prozent | 207 | 4,2 Prozent |
| algerisch | 119 | 4,7 Prozent | 160 | 5,0 Prozent |
| türkisch | 148 | 2,4 Prozent | 154 | 3,3 Prozent |
| albanisch | 147 | 9,0 Prozent | 136 | 8,0 Prozent |
| georgisch | 152 | 11,5 Prozent | 112 | 10,1 Prozent |
| marokkanisch | 66 | 3,0 Prozent | 97 | 4,6 Prozent |
| kosovarisch | 74 | 8,5 Prozent | 65 | 6,4 Prozent |
| rumänisch | 53 | 84,1 Prozent | 61 | 85,9 Prozent |
| ukrainisch | 50 | 0,5 Prozent | 58 | 0,8 Prozent |
| moldauisch | 70 | 6,6 Prozent | 56 | 6,2 Prozent |
| mazedonisch | 59 | 11,8 Prozent | 52 | 9,3 Prozent |
| somalisch | 22 | 1,3 Prozent | 52 | 3,4 Prozent |
| irakisch | 39 | 2,2 Prozent | 51 | 4,1 Prozent |
| guineisch | 23 | 2,2 Prozent | 50 | 5,8 Prozent |
Die aufgrund eines Einreise- und Aufenthaltsverbots vollzogenen Zurückweisungen sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die statistische Erfassung von unerlaubten Einreisen (Straftaten) und Zurückweisungen voneinander unabhängig erfolgt.
| 2024 | 2025 | |
|---|---|---|
| Zurückweisungen wegen Einreise- und Aufenthaltsverbot | ||
| Gesamt | 2.011 | 2.012 |
| 15 häufigste Staatsangehörigkeiten im Jahr 2025 | ||
| kosovarisch | 233 | 187 |
| georgisch | 195 | 180 |
| albanisch | 217 | 170 |
| afghanisch | 122 | 132 |
| syrisch | 144 | 123 |
| türkisch | 126 | 118 |
| algerisch | 60 | 81 |
| mazedonisch | 100 | 75 |
| moldauisch | 72 | 72 |
| serbisch | 72 | 67 |
| iranisch | 35 | 54 |
| ukrainisch | 53 | 49 |
| marokkanisch | 34 | 43 |
| russisch | 27 | 35 |
| somalisch | 19 | 31 |
Daten zu Zurückschiebungen aufgrund eines Einreise- und Aufenthaltsverbots werden nicht erhoben.
Personen, welche nach einer unerlaubten Einreise mit Einreise- und Aufenthaltsverbot und einem Asylgesuch gegenüber den Grenzbehörden an eine inländische Stelle (einschließlich Flughafenasylverfahren) weitergeleitet wurden, sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.
| 2024 | 2025 | |
|---|---|---|
| unerlaubte Einreisen mit Einreise- und Aufenthaltsverbot und Asylgesuch und Weiterleitung an inländische Stellen (einschließlich Flughafenasylverfahren) | ||
| Gesamt | 36 | 17 |
| Staatsangehörigkeiten | ||
| afghanisch | 9 | 1 |
| marokkanisch | 5 | 1 |
| syrisch | 4 | 1 |
| türkisch | 3 | 1 |
| algerisch | 3 | |
| iranisch | 3 | |
| russisch | 1 | 2 |
| aserbaidschanisch | 2 | |
| eritreisch | 2 | |
| ghanaisch | 1 | 1 |
| ägyptisch | 1 | |
| albanisch | 1 | |
| amerikanisch | 1 | |
| armenisch | 1 | |
| georgisch | 1 | |
| irakisch | 1 | |
| ivorisch | 1 | |
| jemenitisch | 1 | |
| kamerunisch | 1 | |
| moldauisch | 1 | |
| serbisch | 1 | |
| turkmenisch | 1 | |
| venezolanisch | 1 |
Wie viele einsatzbedingte Mehrkosten sind bei der Bundespolizei infolge der Wiedereinführung von Binnengrenzkontrollen an allen Landesgrenzen seit dem 16. September 2024 entstanden (bitte nach Quartalen sowie nach Mehrarbeitsvergütung, Zulagen, Hotelkosten usw. differenzieren)?
Die Bundespolizei erfasst ihre geleisteten Einsatzstunden sowie ihre einsatzbedingten Kosten aufgrund der vorübergehend eingeführten Grenzkontrollen quartalsweise. Bezüglich der Quartale bis 30. Juni 2025 wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 25 der Abgeordneten Clara Bünger auf Bundestagsdrucksache 21/1164 verwiesen. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass die sogenannte Mehrarbeitsvergütung eine rechnerische Größe darstellt und sich kostenwirksam so nicht realisiert, weil nach § 88 des Bundesbeamtengesetzes (BBG) vorrangig Freizeitausgleich gewährt wird.
| Zeitraum | Mehrarbeitsvergütung* | Zulage für Dienst zu ungünstigen Zeiten | Betrieb Grenzkontrollstellen | Verbrauch Führungs- und Einsatzmittel | Hotelunterbringung, Verpflegung | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.07. – 30.09.2025 | 12,2 | 2,4 | 2,0 | 2,9 | 9,9 | 29,4 |
| 01.10. – 31.12.2025 | 11,7 | 2,3 | 4,9 | 3,1 | 8,1 | 30,1 |
| Gesamt in Mio. Euro | 23,9 | 4,7 | 6,9 | 6,0 | 18,0 | 59,5 |
Die Mehrarbeitsvergütung ist kalkulatorisch ermittelt. Diese wird nur dann kassenwirksam, wenn Beamtinnen und Beamten nach Vorgabe des § 88 BBG nicht – im Grundsatz vorrangig – innerhalb von zwölf Monaten Freizeitausgleich gewährt werden kann.
19Welche Einschätzungen hat die Bundesregierung bzw. die Bundespolizei dazu, in welchem Umfang Asylsuchende durch die Binnengrenzkontrollen und Zurückweisungen tatsächlich effektiv und dauerhaft von einer Einreise und Asylantragstellung in Deutschland abgehalten werden?
19aWie bewertet die Bundesregierung diesbezüglich das Verhältnis der Zahl zurückgewiesener Asylsuchender seit dem 7. Mai 2025 zur Zahl der in diesem Zeitraum registrierten Asylerstanträge (bitte beide Zahlen nennen)?
19bWelche Daten, Informationen oder Einschätzungen gibt es dazu, wie viele der zurückgewiesenen Personen später nach Deutschland eingereist sind und einen Asylantrag stellten (bitte so differenziert wie möglich, etwa auch mit Zahlen für das Jahr 2025, ausführen)?
19cWelche Einschätzung hat die Bundesregierung bzw. die Bundespolizei dazu, ob Asylsuchende auf ein Asylgesuch nach einem Aufgriff an der Binnengrenze verzichten, weil sie wissen, dass sie trotz eines Asylgesuchs zurückgewiesen werden können und sie sich deshalb auf den Versuch einer erneuten Einreise zu einem späteren Zeitpunkt und bzw. oder an einem anderen Grenzabschnitt konzentrieren (bitte ausführen)?
Die Fragen 19 bis 19c werden gemeinsam beantwortet. Im Zeitraum vom 7. Mai 2025 bis zum 31. Dezember 2025 wurden 66.077 Asylerstanträge registriert. Im Januar 2026 waren es 7.649 Asylerstanträge. Im Zeitraum vom 7. Mai 2025 bis zum 31. Dezember 2025 hat die Bundespolizei im Rahmen der vorübergehend wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen 979 Personen mit Asylgesuch zurückgewiesen. Im Januar 2026 waren es in diesem Sinne 79 Personen. Die vorübergehend wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen und damit einhergehenden Zurückweisungen sind als eine von mehreren migrationsordnenden und -begrenzenden Maßnahmen erforderlich, um der Belastung der Systeme in Deutschland durch das insgesamt zu hohe Migrationsgeschehen in den letzten Jahren entgegenzuwirken und notwendig, bis das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem tatsächlich funktionsfähig ist. Das heißt: wirksamer Schutz an den EU-Außengrenzen, ein funktionierendes System mit Überstellungen von Flüchtlingen in die EU-Länder, die dafür zuständig sind und ein Solidaritätsmechanismus, der tatsächlich greift. Das Ziel der Bundesregierung ist weiterhin, das irreguläre Migrationsgeschehen einzudämmen und die Schleuserkriminalität entschieden zu bekämpfen. Nicht nur die isolierte Betrachtung der Anzahl des irregulären Migrationsgeschehens einschließlich des Asylzugangs allein, sondern auch die Stetigkeit dieses Zustroms über die zurückliegenden Jahre be- bzw. überlastet insbesondere die Aufnahme- und Integrationssysteme in Bund, Ländern und Kommunen. Hinzu kommen die andauernden Herausforderungen für die Unterbringung und Versorgung der rund 1,3 Millionen aus der Ukraine kriegsbedingt geflüchteten Personen. Der Bundesregierung liegen darüber hinaus keine Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung vor.
Wie ist die aktuelle Fortsetzung von Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Binnengrenzen unter Berufung auf Artikel 72 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union, d. h. die Behauptung einer Notlage, die eine Abweichung von EU-Recht ausnahmsweise rechtfertigen können soll (vgl. Bundestagsdrucksache 21/820), damit vereinbar, dass der Bundesminister des Innern, Alexander Dobrindt, in der Regierungsbefragung vom 14. Januar 2026 (Plenarprotokoll 21/52, S. 6179) darauf verwies, dass die „illegale Migration um 51 Prozent gesenkt“ worden sei, „im Verhältnis zu zwei Jahren davor um 66 Prozent“, und dass die „Migrationswende“ „ein großer Erfolg“ sei, dass also die Zahl der Asylsuchenden massiv zurückgegangen ist, was die Annahme einer besonderen Notlage, die es erfordere, EU-Recht unangewendet zu lassen, nach Auffassung der Fragestellenden noch fragwürdiger erscheinen lässt als zuvor (bitte begründen)?
Inwiefern berücksichtigt die Bundesregierung dabei, dass das Berliner Verwaltungsgericht bereits mit Beschluss vom 2. Juni 2025 (www.asy l.net/view/vg-berlin-keine-zurueckweisung-an-der-grenze) die Berufung der Bundesregierung auf Artikel 72 AEUV zurückgewiesen hat, unter anderem, weil keine konkreten Gründe für die Annahme einer gegenwärtigen, erheblichen Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dargelegt worden seien (bitte in Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Gründen des Gerichts beantworten)?
Aus Sicht des Bundesministeriums des Innern wurde bisher nicht über die Rechtmäßigkeit der Zurückweisungspraxis allgemein entschieden. Zu den Voraussetzungen des Artikels 72 AEUV konnte in dem Eilverfahren weder umfassend vorgetragen werden, noch wurden die Voraussetzungen umfänglich geprüft.
Wie begründet die Bundesregierung, dass Zurückweisungen von Schutzsuchenden erforderlich, verhältnismäßig und geeignet sind (bei der Antwort bitte auf diese Aspekte getrennt eingehen), um die „Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und den Schutz der inneren Sicherheit“ (so die Bundesregierung in der Antwort zu Frage 2 auf Bundestagsdrucksache 21/820) zu gewährleisten (bitte ausführlich darlegen)?
Die Zurückweisungen von Schutzsuchenden im Rahmen der vorübergehend wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen erfolgen bei Nichterfüllung der Einreisevoraussetzungen. Sie sind aus Sicht des Bundesministeriums des Innern erforderlich, verhältnismäßig und geeignet, als eine von mehreren Maßnahmen das irreguläre Migrationsgeschehen zu verhindern oder zu unterbinden und der Be- und Überlastung der deutschen Versorgungs- und Aufnahmesysteme entgegenzuwirken. Sie tragen dazu bei, den bereits erzielten temporären Rückgang des irregulären Migrationsgeschehens nachhaltig zu festigen und die andauernde unterschiedlich ausgeprägte Be- und Überlastung der Versorgungs- und Aufnahmesysteme zu reduzieren. Im Übrigen wird auf die Antwort zu den Fragen 19 bis 19c verwiesen.
Wie begründet die Bundesregierung, dass sie Artikel 72 AEUV in Anspruch nimmt, obwohl nach Feststellungen des VG Berlin (s. Vorbemerkung der Fragestellenden) zuvor nicht auf im Europarecht vorgesehene geregelte Verfahren zurückgegriffen wurde, etwa Artikel 33 der Dublin‑III-Verordnung oder Artikel 43 Absatz 1 der Asylverfahrensrichtlinie?
Auf die Antwort zu Frage 20b wird verwiesen.
Ist die Annahme der Fragestellenden zutreffend, dass der Bundesinnenminister bei seinen o. g. Äußerungen mit der Redewendung „illegaler Migration“ die Schutzsuche von Asylsuchenden meinte (denn die Zahlenangaben entsprechen dem Rückgang der registrierten Asylanträge), wenn nein, was meinte er, wie passen dazu die von ihm genannten Zahlen, und wenn ja, hält die Bundesregierung dies für eine angemessene Ausdrucksweise, vor dem Hintergrund, dass „jeder Mensch[…] das Recht [hat], in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen“ (Artikel 14 Absatz 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) und dass die Einreise von Schutzsuchenden nicht kriminalisiert werden darf (vgl. Artikel 31 Absatz 1 der Genfer Flüchtlingskonvention und § 95 Absatz 5 des Aufenthaltsgesetzes), sodass auch die Verfahren wegen unerlaubter Einreise bei Asylsuchenden regelmäßig wieder eingestellt werden (bitte begründen)?
Der Begriff der illegalen Migration wird im migrationspolitischen Kontext für Personen verwendet, die nach Deutschland einreisen bzw. einzureisen versuchen oder sich aufhalten, ohne die rechtlichen Einreise- und Aufenthaltsvoraussetzungen zu erfüllen.
Gilt nach Auffassung der Bundesregierung immer noch die von der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern Daniela Ludwig am 21. Mai 2025 im Parlament zur Rechtfertigung der Annahme einer Notlage im Sinne von Artikel 72 AEUV vorgetragene Behauptung, sie kenne „keine Kommune in ganz Deutschland, […] die klarkommt mit den hohen Zahlen“ (Plenarprotokoll 21/6, S. 411), wenn ja, bitte begründen und darlegen, und wenn nein, wie lässt sich dann die andauernde Außerkraftsetzung von EU-Recht nach Auffassung der Bundesregierung rechtfertigen (bitte begründen)?