Vorbemerkung der Fragesteller
Vorbemerkung der Fragesteller
Die Digitalisierung der Gesellschaft schreitet immer weiter voran. Sie ergreift die Informationsbeschaffung und die Kommunikation ebenso wie die Vermittlung von Wissen und die Art, zu arbeiten. Unternehmen wirtschaften auf der Basis digitalisierter Daten, Produktion und Logistik automatisieren sich, Arbeitnehmer brauchen zunehmend einschlägige Softwarekenntnisse, auch der Staat tritt auf digitalem Wege in Interaktion mit den Bürgern. Unverzichtbare Grundlage dieses vielschichtigen Prozesses ist zum einen eine Infrastruktur, die das Verarbeiten und das Teilen digitaler Daten in großen Mengen und in Echtzeit erlaubt, zum anderen der Zugang der Bürger zu diesem digitalen Pulsieren über geeignete Endgeräte.
Die Gesellschaft und ihre Bürger müssen Wege finden, mit dem stetig anschwellenden Strom digitaler Daten sachgerecht umzugehen, und lernen, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Bis Anfang der 1980er-Jahre gab es in Deutschland drei Fernsehprogramme, seit der Liberalisierung des TV-Marktes sind es potenziell unbegrenzt viele Kanäle, die via Kabel und Satellit zu empfangen sind. Die Verbreitung des Internets als Massenmedium Mitte der 1990er-Jahre hat zum einen die direkte Kommunikation via E-Mail geschaffen, zum anderen mit großen Plattformen eine bis dahin nicht gekannte Verbreitung von Informationen über Landes- und Sprachgrenzen hinweg auf den Weg gebracht, an jeder Redaktion und Moderation vorbei.
Heute bekommen Kinder über ihre Telefone Zugriff auf Inhalte, die definitiv für Erwachsene kreiert werden, während Senioren sich vom Design der Webseiten und Apps häufig überfordert und vom digitalen Leben ausgeschlossen fühlen. Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) lassen sich ohne jedes Vorwissen Bilder und Videos manipulieren, Texte lassen sich in Augenblicken erstellen. Diese technische Revolution stellt die Frage nach dem Vertrauen in die digitale Kommunikation. Im Kapitel „Gesellschaft – digital kompetent, selbstbestimmt und inklusiv“ des Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und SPD heißt es: „Der souveräne, sichere und kritische Umgang mit digitalen Tools und Medien steigert die Resilienz unserer Gesellschaft, die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Wir starten deshalb eine altersübergreifende digitale Kompetenzoffensive“ (vgl. www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koa v_2025.pdf, hier S. 69).
Diesem Verständnis nach erscheint nach dem Verständnis der Fragesteller der „sichere Umgang“ mit „digitalen Tools und Medien“ nicht an sich als erstrebenswert im Sinne einer umfassenden Persönlichkeitsbildung, sondern dient primär der Stabilisierung des politischen Systems ebenso wie dem Funktionieren des wirtschaftlichen Systems.
1Hat die Bundesregierung, wie im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD angekündigt, bereits Maßnahmen zum Start einer „altersübergreifenden digitalen Kompetenzoffensive“ ergriffen (siehe Vorbemerkung der Fragesteller; bitte ausführen)?
1aWenn ja, welche Maßnahmen sind dies konkret?
1bWenn ja, welche Ziele verfolgen diese Maßnahmen?
1cWenn ja, liegt diesen Maßnahmen eine konkrete Strategie zugrunde?
1dWenn nein, wann ist mit derlei Maßnahmen zu rechnen?
Die Fragen 1 bis 1d werden gemeinsam beantwortet.
Die altersübergreifende digitale Kompetenzoffensive befindet sich aktuell in der Konzeptionsphase.
Welchen zeitlichen Rahmen soll die von der Bundesregierung angekündigte „digitale Kompetenzoffensive“ haben, und bis zu welchem Zeitpunkt sollen welche Ergebnisse vorliegen (siehe Vorbemerkung der Fragesteller; bitte ausführen)?
Die konkrete Zeitplanung und Festlegung der Zielsetzung sind Teil der Konzeptionsphase.
3Lässt sich nach den Vorstellungen der Bundesregierung die „digitale Kompetenz“ der Bevölkerung messen und damit vergleichen?
3aWenn ja, mit welchen Messgrößen und Einheiten geschähe dies?
3bWenn nein, wie will die Bundesregierung den Begriff der „digitalen Kompetenz“ sinnvoll operationalisieren?
Die Fragen 3 bis 3b werden gemeinsam beantwortet.
Es gibt verschiedene Modelle zur Messung von digitalen Kompetenzen. Mögliche Messgrößen und Einheiten sind Bestandteil der Konzeptionsphase.
4Korreliert nach Kenntnis der Bundesregierung der Erwerb „digitaler Kompetenzen“ mit den soziodemografischen Variablen (siehe Vorbemerkung der Fragesteller; bitte ausführen)
4aAlter,
4bSoziale Schicht,
4cSprachkenntnisse,
4dBildungsstand,
4eSinnliche, physische und geistige Beeinträchtigungen?
Wie beispielsweise der D21 Digital-Index 2024–2025 zeigt, besteht ein Zusammenhang zwischen Alter, sozioökonomischen Stand und Bildungsstand zum Niveau digitaler Kompetenzen. Die internationale Vergleichsstudie „International Computer and Information Literacy Study“ (ICILS) 2023 zeigt Korrelationen zwischen dem Erwerb „computer- und informationsbezogenen Kompetenzen“ von Schülerinnen und Schülern in der 8. Klasse und der sozialen Herkunft sowie der Familiensprache. Über Abhängigkeiten zu Beeinträchtigungen liegen der Bundesregierung bislang keine Erkenntnisse vor.
5Was sollten nach den Vorstellungen der Bundesregierung die Menschen in Deutschland
5aals Kinder,
5bals Jugendliche,
5cals Erwachsene,
5dals Senioren,
5ealtersübergreifend können, wissen und reflektieren, um als „digital kompetent“ betrachtet werden zu können?
Die Definition der Zielsetzung „digital kompetent“ ist Teil der Konzeption der altersübergreifenden digitalen Kompetenzoffensive.
6Existieren nach Kenntnis der Bundesregierung Barrieren, die den Erwerb digitaler Kompetenzen der Menschen in Deutschland erschweren oder gar verhindern?
6aWenn ja, welcher Art sind diese Barrieren?
6bWenn ja, wie lassen sich diese Barrieren identifizieren und ggf. abbauen?
Die Fragen 6 bis 6b werden gemeinsam beantwortet.
Barrieren können sich etwa aus ungleichen Bildungszugängen, sozio-ökonomischen Ungleichheiten oder auch der familialen und schulischen Ausstattung mit digitalen Technologien ergeben. Die Verringerung von Bildungsungleichheiten, aber auch die Förderung der digitalen Kompetenzen von Lehrkräften sind geeignete Maßnahmen zur Förderung des Erwerbs digitaler Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Weitere Barrieren sollen im Rahmen der Kompetenzoffensive identifiziert und möglichst abgebaut werden. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 4 verwiesen.
Liegen der Bundesregierung empirische Daten zum Stand digitaler Kompetenzen der deutschen Bevölkerung, differenziert nach Altersgruppen und sozialen Schichten, vor (bitte ggf. ausführen)?
Ja. Siehe u. a. D21 Digital-Index, für Achtklässler die ICILS-Studie und die Studie Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz (Digitales Deutschland).
Liegen der Bundesregierung empirische Daten zum Stand digitaler Kompetenzen der deutschen Bevölkerung im Vergleich zu jenen der Bevölkerung anderer Länder vor (bitte ausführen)?
Ja. Siehe für Achtklässler die ICILS-Studie und der Digital Skills Index 2.0 der EU.
Wie viel Geld wird die Bundesregierung in den Haushaltsentwürfen für 2025 und 2026 für eine „digitale Kompetenzoffensive“ investieren wollen (bitte nach Einzelplänen, Titelgruppen, Maßnahmen und Projektträgern differenzieren)?
Die Maßnahme wurde nicht in den Haushaltsentwurf für 2025 eingebracht. Für 2026 ist geplant, Mittel einzusetzen. Die Höhe dieser Mittel steht bislang nicht fest.
10Hat sich die Bundesregierung bei ihrem Vorhaben der Erarbeitung einer digitalen Kompetenzoffensive mit Ländern ausgetauscht, die bereits über eine solche verfügen (siehe Vorbemerkung der Fragesteller)?
10aWenn ja, mit welchen Ländern, in welchem Format, und mit welchen Ergebnissen?
10bWenn nein, plant die Bundesregierung in absehbarer Zeit einen solchen Austausch?
11Hat sich die Bundesregierung bei ihrem Vorhaben der Erarbeitung einer Kompetenzoffensive mit den Bundesländern ausgetauscht?
11aWenn ja, mit welchen Bundesländern, in welchem Format, und mit welchen Ergebnissen?
11bWenn nein, plant die Bundesregierung in absehbarer Zeit einen solchen Austausch?
12Hat sich die Bundesregierung bei ihrem Vorhaben der Erarbeitung einer Kompetenzoffensive mit Unternehmen sowie Wirtschafts- und Industrieverbänden ausgetauscht?
12aWenn ja, mit welchen Unternehmen und Verbänden, in welchem Format, und mit welchen Ergebnissen?
12bWenn nein, plant die Bundesregierung in absehbarer Zeit einen solchen Austausch?
Die Fragen 10 bis 12b werden gemeinsam beantwortet.
Die Bundesregierung stand und steht zum Thema der Stärkung der Digitalkompetenzen regelmäßig im Austausch mit den Ländern, Nachbarländern, Initiativen und Unternehmen. Dieser Austausch wird für die Erarbeitung der Kompetenzoffensive fortgesetzt.
Umfasst der „souveräne, sichere und kritische Umgang mit digitalen Tools und Medien“ für die Bundesregierung auch ein bewusstes und reflektiertes Interagieren mit Lösungen Künstlicher Intelligenz, und was wären nach Auffassung der Bundesregierung geeignete Kriterien, die ein altersübergreifendes Interagieren mit KI-Lösungen dokumentieren könnten (siehe Vorbemerkung der Fragesteller; bitte ausführen)?
KI-Kompetenzen sind Bestandteil der digitalen, altersübergreifenden Kompetenzoffensive und werden in der Konzeptionsphase berücksichtigt.