Vorbemerkung der Fragesteller
Vorbemerkung der Fragesteller
Die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser, konstatierte 2025 in ihrem 35. Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit, dass gebürtige Ostdeutsche insbesondere in Führungspositionen der obersten Bundesbehörden gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung immer noch deutlich unterrepräsentiert sind. Der Anteil von Führungskräften ostdeutscher Herkunft sei vielmehr in den letzten Jahren sogar rückläufig gewesen. Die Datenerhebung basierte auf der Auswertung von 24 Institutionen aus dem Kreis der obersten Bundesbehörden. Neben den Regierungsressorts zählten dazu auch Verfassungsorgane wie der Bundespräsident, der Deutsche Bundestag, der Bundesrat, das Bundesverfassungsgericht und weitere Institutionen wie der Bundesrechnungshof oder die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (vgl. www.publikation en-bundesregierung.de/pp-de/publikationssuche/stand-deutsche-einheit-2025-2386410, S. 92 f., abgerufen am 10. September 2026).
Nach Ansicht der Fragestellenden kommt auch der Bundeswehr als Trägerin des äußeren Gewaltmonopols des Staates eine wichtige Bedeutung für das Zusammenwachsen des wiedervereinigten Deutschlands zu. Aus diesem Grund ist die Repräsentation von Ostdeutschen in den Streitkräften sowohl von empirisch-statistischer als auch von politischer Relevanz. Dies ermöglicht Rückschlüsse auf die soziale Durchlässigkeit und die Aufstiegschancen innerhalb der Bundeswehr sowie auf die Attraktivität des Soldatinnenen- und Soldatenberufs generell. Laut dem sog. Elitenmonitor waren zum Beispiel 2023 und 2018 keine der definierten 72 Top-Positionen in der Bundeswehr mit Ostdeutschen besetzt (vgl. https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-513 39-9, S. 182, abgerufen am 14. September 2026).
Die Stärkung ostdeutscher Führungskräfte ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung, die als gesellschaftliches Vorbild für gleichwertige Repräsentation und Teilhabe vorangeht. Dieses Ziel wird im Rahmen des 2023 beschlossenen Bundeskonzepts zur Steigerung des Anteils von Ostdeutschen in der Bundesverwaltung und der Diversitätsstrategie der Bundesregierung aus 2025 ressortübergreifend realisiert.
Zu den bisherigen Maßnahmen des Bundes wird auf den Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland verwiesen.
Die Bundeswehr befasst sich mit hohem Ressourceneinsatz wissenschaftlich und verwaltungsbezogen damit, wie eine gleichwertige und vielfältige Repräsentation in den obersten militärischen Rängen erreicht werden kann.
Der Bericht der Ostbeauftragten 2026 enthält eine seit fünf Jahren kontinuierlich aufgebaute Längsschnittstatistik der Bundesverwaltung, welche die erfolgreiche Wirkung der bisher umgesetzten Vorhaben bestätigt. In den obersten Bundesbehörden kommen über alle Ressorts hinweg heute im Gesamtschnitt bereits 16,3 Prozent Führungskräfte gebürtig aus Ostdeutschland (+2,4 Prozent ggü. 2022). Unter den Referatsleitungen sind 17,6 Prozent Ostdeutsche (+2,5 Prozent). Auf der höchsten Leitungsebene (2026: 8,5 Prozent, +1,9 Prozent) ist der Anteil geringer, dennoch sind auch nach oben hin Aufstiegseffekte zu verzeichnen: Bei den Abteilungsleitungen gibt es 2026 erstmals einen deutlichen Sprung über die Zehnprozentmarke auf 11,2 Prozent (+2,5 Prozent). Auf Referentenebene, also bei Sprungpositionen in Führungsebenen werden rund ein Viertel Ostdeutsche beschäftigt (2026: 24,9 Prozent, +1,3 Prozent ggü. 2023) und somit im Vergleich mehr als der gesellschaftliche ostdeutsche Bevölkerungsanteil von ca. einem Fünftel. Um diesen ressortübergreifenden Positivtrend zu verstetigen und damit die potentiellen Führungskräfte der Zukunft auch in der Bundeswehr weiter gestärkt werden, stehen das Bundesministerium der Verteidigung und die Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland in kontinuierlichem Austausch über den Zuschnitt bestehender und ergänzender Maßnahmen.
Nach der deutschen Wiedervereinigung in Berlin geborene Soldatinnen und Soldaten wurden den ostdeutschen Bundesländern zugeordnet.
Wie viele Soldatinnen und Soldaten ostdeutscher Herkunft dienen aktuell insgesamt in der Bundeswehr (bitte jeweils in absoluten Zahlen sowie als prozentualen Anteil aufgeschlüsselt nach Freiwilligen, Wehrdienstleistenden, Soldatinnen und Soldaten auf Zeit sowie Berufssoldatinnen und Berufssoldaten angeben)?
Die Angaben im Sinne der Fragestellung mit Stand 31. August 2026 können nachfolgender Übersicht entnommen werden:
| Berufssoldatinnen und Berufssoldaten | 20 146 | 34 Prozent |
| Soldatinnen auf Zeit und Soldaten auf Zeit | 29 202 | 26 Prozent |
| Freiwillig Wehrdienst Leistende | 1 343 | 25 Prozent |
2Wie viele Soldatinnen und Soldaten ostdeutscher Herkunft dienen aktuell beim Heer (prozentuale Anteile liegen den Fragestellenden vor, bitte in absoluten Zahlen aufgeschlüsselt nach Dienstgraden angeben)
2aGenerale,
2bStabsoffizierinnen und Stabsoffiziere (Majore, Oberstleutnante und Oberste),
2cLeutnante, Oberleutnante, Hauptleute und Stabshauptleute,
2dUnteroffizierinnen und Unteroffiziere mit Portepee,
2eUnteroffizierinnen und Unteroffiziere ohne Portepee und
2fMannschaften?
Die Angaben im Sinne der Fragestellung mit Stand 31. August 2026 können nachfolgender Übersicht entnommen werden:
| Generale | 1 |
| Stabsoffiziere (Majore, Oberstleutnante und Oberste) | 836 |
| Leutnante, Oberleutnante, Hauptleute und Stabshauptleute | 1 305 |
| Unteroffiziere mit Portepee | 5 445 |
| Unteroffiziere ohne Portepee | 2 681 |
| Mannschaften | 7 719 |
3Wie viele Soldatinnen und Soldaten ostdeutscher Herkunft dienen aktuell bei der Luftwaffe (bitte jeweils in absoluten Zahlen sowie als prozentualen Anteil aufgeschlüsselt nach Dienstgraden angeben)
3aGenerale,
3bStabsoffizierinnen und Stabsoffiziere (Majore, Oberstleutnante und Oberste),
3cLeutnante, Oberleutnante, Hauptleute und Stabshauptleute,
3dUnteroffizierinnen und Unteroffiziere mit Portepee,
3eUnteroffizierinnen und Unteroffiziere ohne Portepee und
3fMannschaften?
Die Angaben im Sinne der Fragestellung mit Stand 31. August 2026 können nachfolgender Übersicht entnommen werden:
| Generale | 1 | 4 Prozent |
| Stabsoffiziere (Majore, Oberstleutnante und Oberste) | 421 | 22 Prozent |
| Leutnante, Oberleutnante, Hauptleute und Stabshauptleute | 967 | 23 Prozent |
| Unteroffiziere mit Portepee | 3 151 | 28 Prozent |
| Unteroffiziere ohne Portepee | 1 045 | 26 Prozent |
| Mannschaften | 1 175 | 20 Prozent |
4Wie viele Soldatinnen und Soldaten ostdeutscher Herkunft dienen aktuell bei der Marine (bitte jeweils in absoluten Zahlen sowie als prozentualen Anteil aufgeschlüsselt nach Dienstgraden angeben)
4aAdmirale,
4bStabsoffizierinnen und Stabsoffiziere (Korvettenkapitäninnen und Korvettenkapitäne, Fregattenkapitäninnen und Fregattenkapitäne sowie Kapitäninnen und Kapitäne zur See),
4cLeutnante zur See, Oberleutnante zur See, Kapitänleutnante, Stabskapitänleutnante,
4dBootsleute,
4eMaate und
4fMannschaften?
Die Angaben im Sinne der Fragestellung mit Stand 31. August 2026 können nachfolgender Übersicht entnommen werden:
| Admirale | 0 | 0 Prozent |
| Stabsoffiziere (Korvettenkapitän, Fregattenkapitän und Kapitän zur See) | 253 | 28 Prozent |
| Leutnante zu See, Oberleutnante zur See, Kapitänleutnante und Stabskapitänleutnante | 737 | 32 Prozent |
| Unteroffiziere mit Portepee | 1 939 | 37 Prozent |
| Unteroffiziere ohne Portepee | 774 | 26 Prozent |
| Mannschaften | 972 | 25 Prozent |