Vorbemerkung der Fragesteller
Vorbemerkung der Fragesteller
Die Deutsche Bahn AG (DB AG) gibt an, „Mobilität ist Teil der Daseinsvorsorge, eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe […] unsere Kernaufgabe als Bahn: Wir sind für das Land da“ (www.deutschebahn.com/d e/Deutsche-Bahn-Stabilitaetsanker-in-unsicheren-Zeiten--13870498). Der Service vor Ort aber verschlechtert sich: Zwischen 2010 und 2025 sank die Zahl der klassischen DB-Reisezentren in Bayern von 75 auf 46, während die Zahl der Fahrkartenautomaten allein seit 2020 von 1 305 auf 1 061 abgenommen hat (Antwort auf die Schriftliche Frage 79 auf Bundestagsdrucksache 21/664).
Wie hat sich die Anzahl der stationären Erwerbsmöglichkeiten für Fahrkarten für Züge der Deutschen Bahn AG in Bayern verändert (bitte den aktuellen Stand sowie für die vergangenen zehn Jahre die Anzahl der Ticketautomaten, Reisezentren, Video-Reisezentren, DB-Agenturen bzw. Reisebüros mit DB-Lizenz sowie sonstige stationäre Erwerbsmöglichkeiten angeben, wenn möglich nach Regierungsbezirken getrennt), und wie viele Verkehrsstationen der Deutschen Bahn AG in Bayern bieten keine stationären Erwerbsmöglichkeiten für Fahrkarten (bitte Anzahl und Anteil an der Gesamtzahl aller Verkehrsstationen in Bayern angeben sowie namentlich auflisten)?
Nach Angaben der Deutschen Bahn AG (DB AG) stellt sich die Entwicklung der angefragten Vertriebskanäle in Bayern wie folgt dar.
| Jahr | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 20261 |
| Reisezentren | 67 | 66 | 64 | 63 | 63 | 63 | 62 | 54 | 50 | 50 | 46 | 46 |
| Video-Reisezentren | 9 | 13 | 15 | 23 | 26 | 28 | 32 | 30 | 33 | 40 | 41 | 41 |
| Fahrkartenautomaten | 1 384 | 1 376 | 1 356 | 1 351 | 1 319 | 1 305 | 1 246 | 1 236 | 1 118 | 1 090 | 1 061 | 1 028 |
| DB- Agenturen2 | 91 | 82 | 74 | 70 | 56 | 46 | 41 | 38 | 35 | 29 | 23 | 21 |
| Reisebüros3 | 251 | 231 | 213 | 191 | 153 | 114 | 146 | 137 | 98 | 93 | 92 | 82 |
¹ Stand Juli: 2026
² Reisebüros mit DB-Lizenz mit verkehrsvertraglichen Verpflichtungen, die von Aufgabenträgern bestellte Vertriebsleistungen erbringen
³ Reisebüros mit DB-Lizenz ohne verkehrsvertragliche Verpflichtungen
Die DB AG bietet derzeit an 576 von 1 071 bayerischen Verkehrsstationen eine stationäre Erwerbsmöglichkeit.
Der Nahverkehrsmarkt ist ein Ausschreibungsmarkt, d. h. das Angebot an stationären Erwerbsmöglichkeiten der DB AG in Bayern spiegelt nicht die Versorgungslage im Bundesland wider, sondern nur die Perspektive des Unternehmens. Planung und Organisation des öffentlichen Personennahverkehrs in Bayern werden von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) verantwortet, welche die dafür notwendigen Leistungen im Rahmen von Ausschreibungen vergibt. Gesamthafte Informationen, die eine Einschätzung auf Bundeslandebene zulassen, liegen nur der BEG vor.
2Wie haben sich die Gesamtzahl sowie die kumulierte Gesamtlänge (in Streckenkilometern) der temporären Langsamfahrstellen im Schienennetz der DB AG im Bundesland Bayern jeweils zum Stichtag 31. Dezember der Jahre 2021, 2022, 2023, 2024, 2025 sowie zum aktuellen Stand 2026 entwickelt?
3Wie viele dieser temporären Langsamfahrstellen in Bayern bestanden zum jeweiligen Stichtag bereits länger als sechs Monate, und welches sind die drei am längsten bestehenden temporären Langsamfahrstellen im bayerischen Netz (bitte jeweils Streckenabschnitt sowie Grund und Beginn der Einschränkung angeben)?
Die Fragen 2 und 3 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.
Nach Angaben der DB AG ist die Entwicklung der Langsamfahrstellen nach Anzahl und Streckenlänge (sowie Angabe der La-Dauer > sechs Monate) in nachfolgender Tabelle dargestellt.
| Stichtag | Anzahl | davon länger als 6 Monate | kumulierte Abschnittslänge in km | Streckenanteil gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2021 | 17 | 8 | 2 | / |
| 31.12.2022 | 86 | 24 | 67 | 1,1 Prozent |
| 31.12.2023 | 121 | 56 | 69 | 1,1 Prozent |
| 31.12.2024 | 91 | 42 | 37 | 0,6 Prozent |
| 31.12.2025 | 101 | 26 | 74 | 1,2 Prozent |
Die drei langwierigsten Langsamfahrstellen stellen sich wie folgt dar:
1. Strecke 5507 Icking–Wolfratshausen (km 23,2 bis 23,6)
Grund: instabiler Erdkörper
Beginn der Einschränkung: 2. September 2021
Bestandsdauer zum Stichtag: vier Jahre zehn Monate 21 Tage 2. Strecke 5622 Kreuzstraße–Westerham (km 11,7 bis 11,9)
Grund: Untergrundmangel
Beginn der Einschränkung: 25. Juli 2023
Bestandsdauer zum Stichtag: drei Jahre elf Monate 29 Tage
3. Strecke 5444 Peiting Ost–Peißenberg (km 12,5 bis 13,2)
Grund: instabiler Erdkörper
Beginn der Einschränkung: 7. November 2023
Bestandsdauer zum Stichtag: zwei Jahre acht Monate 17 Tage
Wie ist der Stand des Programms „Stationsoffensive Bayern“ der Deutschen Bahn AG (bitte angeben, welche Haltepunkte planmäßig – also im Zeitplan und entsprechend der Kostenkalkulation – fertiggestellt wurden und welche Haltepunkte noch nicht, verspätet oder mit zusätzlichen Kosten fertiggestellt wurden; bitte ebenfalls die tatsächlichen für die DB AG angefallenen Gesamtkosten angeben)?
Die von der DB AG zur Verfügung gestellten Angaben können der Anlage entnommen werden.*
Die angefragten Informationen zu den Kosten für die einzelnen Maßnahmen stellen geschützte Geschäftsgeheimnisse der DB InfraGO AG dar. Die Offenlegung der Informationen kann das wirtschaftliche Handeln der DB InfraGO AG deutlich beeinträchtigen, erhebliche Wettbewerbsnachteile nach sich ziehen und damit auch das fiskalische Interesse des Bundes beeinträchtigen.
Die Veröffentlichung der Kosten je Projekt könnte die Integrität der mit den Maßnahmen zusammenhängenden Vergabeverfahren gefährden und den Marktteilnehmern Anhaltspunkte für die Preisgestaltung künftiger Ausschreibungen geben. Das kann Wettbewerbsnachteile für DB InfraGO AG bei künftigen Infrastrukturprojekten bewirken und zu deren Verteuerung führen.
Unter Abwägung zwischen dem parlamentarischen Auskunftsanspruch einerseits und dem Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen andererseits sind die erbetenen Informationen als „VS-VERTRAULICH“ eingestuft und in der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages hinterlegt.**
PDF-Seite 5 · im Originalformat beigefügt, nicht in Tabellen übernommen
Wie hoch sind bzw. waren die notwendigen offenen Sanierungsinvestitionen der Deutschen Bahn AG in Bayern (bitte nach Brücken, Gleisen, Weichen und Stellwerken, Bahnhöfen und Sonstigem aufschlüsseln und jeweils den Anteil mit „kritischem Nachholbedarf“ angeben) aktuell und in den vergangenen fünf Jahren, und welche Investitionssummen sind derzeit für die nächsten drei Jahre in Bayern verplant (bitte Gesamtsumme nach Brücken, Gleisen, Weichen und Stellwerken, Bahnhöfen und Sonstigem aufschlüsseln)?
Die von der DB AG zur Verfügung gestellten Angaben sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Investitionssummen für die nächsten drei Jahre sind aufgrund der aktuell nicht abgeschlossenen Planung nicht verfügbar.
Tabelle: Region Süd Rückstauentwicklung 2020 bis 2025
| Jahr | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Brücken | 3 580,0 | 3 794,1 | 7 703,3 | 6 726,6 | 7 763,8 | 7 924,3 |
| Bahnübergänge | 214,0 | 220,9 | 368,0 | 333,9 | 436,4 | 456,9 |
| Durchlässe | 445,0 | 488,8 | 1 494,9 | 1 405,6 | 1 837,4 | 1 841,1 |
| elektrische Weichenheizungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 56,3 | 40,3 |
| Gleise | 2 800,0 | 2 789,5 | 3 797,5 | 3 492,9 | 3 907,3 | 3 674,5 |
| Gleichstromschiene | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Lärmschutzbauwerke | 4,5 | 4,9 | 5,9 | 5,7 | 6,4 | 9,2 |
| Leit- und Sicherungstechnik | 709,0 | 488,1 | 1 843,6 | 2 572,1 | 3 323,1 | 3 458,0 |
| Oberleitung | 695,0 | 696,2 | 1 553,1 | 2 343,4 | 2 166,7 | 2 422,3 |
| Serviceeinrichtungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 19,1 |
| Stützbauwerke | 31,4 | 45,5 | 48,5 | 47,0 | 67,4 | 69,7 |
| Tunnel | 19,6 | 24,8 | 28,7 | 46,5 | 77,4 | 101,9 |
| Weichen | 542,0 | 528,7 | 673,4 | 658,5 | 771,4 | 744,8 |
| Gesamt | 9 041 | 9 081 | 17 517 | 17 632 | 20 414 | 20 762 |
Werte in Mio. Euro 2020 und 2021 Istpreise 2022 und 2023 Preise Qualitätskennzahl Substanzwert 2020 2024 und 2025 Preise Qualitätskennzahl Substanzwert 2024
Der altersbedingte Nachholbedarf für notwendige offene Sanierungsinvestitionen beträgt mit Preisstand 2026 für die Bahnhöfe im Regionalbereich Süd aktuell ca. 3,2 Mrd. Euro, wobei zwei Drittel davon auf die Empfangsgebäude und ein Drittel auf die Verkehrsstationen entfallen. Im Zeitraum 2020 bis 2025 blieb der Nachholbedarf nahezu unverändert, d. h. der Status quo konnte über die vergangenen Jahre gehalten und der natürlichen Alterung entgegengewirkt werden.