Zugang zum Notarberuf - Zum Stand der durch das Bundesverfassungsgericht angeordneten Neuregelung der Altersgrenze und zu den generellen Entwicklungen des Notarberufs unter Berücksichtigung der Einführung der Notariellen Fachprüfung bei den Anwaltsnotaren

Drucksache 21/5337Antwortauf die Kleine Anfrage 21/505710.04.202616 Seiten8 FragenFraktion der AfDBundesministerium der Justiz und für VerbraucherschutzArbeit und BeschäftigungRecht
Vorbemerkung der Fragesteller

Vorbemerkung der Fragesteller

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat mit Urteil vom 23. September 2025 (1 BvR 1796/23) die starre Altersgrenze von 70 Jahren für Anwaltsnotare als unvereinbar mit der Berufsfreiheit (Artikel 12 Absatz 1 des Grundgesetzes [GG]) erklärt. Unter Nummer 2 der Leitsätze stellt das Bundesverfassungsgericht fest, dass die Altersgrenze des vollendeten 70. Lebensjahres nach § 47 Nummer 2 Variante 1 und § 48a der Bundesnotarordnung (BNotO) die mit ihr verfolgten legitimen Ziele – die Gewährleistung der Funktionstüchtigkeit der vorsorgenden Rechtspflege sowie einer (gerechten) Verteilung der Berufschancen zwischen den Generationen und den Schutz der Rechtspflege vor Gefahren durch eine altersbedingt nachlassende Leistungsfähigkeit von Notaren – infolge eines nachhaltigen Bewerbermangels im Anwaltsnotariat und der heutigen Erkenntnisse zur Bedeutung des Alters für die Berufstüchtigkeit nur noch zu einem geringen Grad erreicht und die Berufsfreiheit unverhältnismäßig einschränkt, soweit sie das Anwaltsnotariat betrifft.

Demnach ist auch aufgrund von Nachwuchsmangel die Regelung nicht mehr verhältnismäßig und nur noch bis zu einer Neuregelung durch den Gesetzgeber, längstens bis zum 30. Juni 2026, in Kraft.

Frage 1 + 2 Seite 1

1Müsste oder sollte mit der spätestens ab 1. Juli 2026 eintretenden Rechtsänderung ein aufgrund der bisherigen, für verfassungswidrig erklärten Altersgrenze aus dem Amt geschiedener Anwaltsnotar (§ 3 Absatz 2 BNotO) nach Auffassung der Bundesregierung die Notarielle Fachprüfung gemäß § 7a BNotO erneut oder im Fall seiner Erstbestellung vor Einführung der Notariellen Fachprüfung sogar erstmals ablegen, und wie begründet die Bundesregierung ihre Auffassung?

2Erfordert die Bundesverfassungsgerichtsentscheidung 1 BvR 1796/23 nach Auffassung der Bundesregierung oder plant die Bundesregierung erneut eine bundeseinheitliche und statische Regelung in Bezug auf eine Altersgrenze für den Berufsabgang von Notaren oder könnte diese auch ganz entfallen beziehungsweise eine dynamische sein, die sich zum Beispiel nach der jeweiligen Bewerberlage der Amtssitze im Sinne des § 4 BNotO richtet?

Antwort

Die Bundesregierung hat in Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts einen Gesetzentwurf zur Förderung und Modernisierung des Anwaltsnotariats erarbeitet, der am 25. März 2026 vom Bundeskabinett beschlossen wurde und zum 1. Juli 2026 in Kraft treten soll (www.bmjv.de/SharedDocs/Downl oads/DE/Gesetzgebung/RegE/RegE_Mo-dernisierung_Anwaltsnotariat.pdf?__ blob=publicationFile&v=2). Nach den dort neu vorgesehenen §§ 48b und 48c der Bundesnotarordnung (BNotO) soll die Amtszeit eines Anwaltsnotars, der das 70. Lebensjahr vollendet hat, unter bestimmten Bedingungen zwei Mal um jeweils drei Jahre verlängert werden können.

Frage 3 + 4 Seite 2

3Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus dem als Reflex auf das BVerfG-Urteil 1 BvR 1796/23 erstellten Gesetzentwurf des Ausschusses Anwaltsnotariat des Deutschen Anwaltvereins e. V. (DAV) vom Oktober 2025 (DAV-Stellungnahme, Nummer 69/2025) generell und im Einzelnen betreffend die dort vorgeschlagenen Rechtsänderungen der §§ 4a, 5b, 7, 47 BNotO, welche konkreten eigenen Vorschläge beziehungsweise vom DAV-Vorschlag abweichenden Regelungen hat die Bundesregierung im Zusammenhang mit den zum 1. Juli 2026 zu vollziehenden Rechtsänderungen angedacht beziehungsweise ergeben sich bereits aus dem Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), und wie begründet die Bundesregierung etwaige Unterschiede in den jeweiligen Entwürfen?

4Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus der in Frage 3 genannten DAV-Stellungnahme vorgesehenen Einfügung eines § 47a in die BNotO und der deshalb behaupteten obsoleten Anpassung der Regelaltersgrenze in § 48 BNotO inhaltlich, und welche eigenen Rechtsänderungsvorschläge sieht die Bundesregierung dazu konkret aus welchem Grund vor?

Antwort

Die Fragen 3 und 4 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.

Die Bundesregierung hat die Vorschläge und Stellungnahmen des Deutschen Anwaltvereins wie auch die Stellungnahmen der übrigen Verbände, Länder und Ressorts in ihre Überlegungen zu dem in der Antwort zu Frage 2 bezeichneten Gesetzentwurf zur Förderung und Modernisierung des Anwaltsnotariats einbezogen. Die in diesem Gesetzentwurf vorgesehene individuelle antragsbasierte Verlängerungsmöglichkeit im Fall eines konkreten Bewerbermangels im jeweiligen Amtsbereich gewährleistet aus Sicht der Bundesregierung sowohl die Planungssicherheit für junge Bewerber und Bewerberinnen als auch eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen notariellen Leistungen. Zudem ist sie ressourcenschonend und flexibel.

Frage 5 Seite 3

Wie hat sich die durch das Gesetz zur Neuregelung des Zugangs zum Anwaltsnotariat vom 2. September 2009 eingeführte Notarielle Fachprüfung, zwingende Zugangsvoraussetzung zum Anwaltsnotariat seit dem 1. Mai 2011, im Vergleich mit der vorherigen Rechtslage auf die Zugangszahlen zum Notaramt in den betroffenen Bundesländern und in den einzelnen Kammerbezirken ausgewirkt, und wie ist diese Entwicklung nach Auffassung der Bundesregierung vor dem Hintergrund des § 4 BNotO zu bewerten?

Antwort

Es erscheint nicht eindeutig, wie der Begriff „Zugangszahlen“ zu verstehen sein soll. Sofern er sich auf die Bewerberzahlen für Anwaltsnotarstellen beziehen soll, liegen der Bundesregierung hierzu aufgrund der insoweit bestehenden Zuständigkeit der Länder keine flächendeckenden Informationen vor. Sofern er sich auf die Zahl der ausgeschriebenen Anwaltsnotarstellen beziehen soll, besteht aus Sicht der Bundesregierung kein Zusammenhang mit der Einführung der notariellen Fachprüfung.

Frage 6 Seite 3

Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der weiblichen Notare seit der Einführung der Notariellen Fachprüfung entwickelt (bitte nach davon betroffenen Bundesländern und Kammerbezirken gesondert ausweisen)?

Antwort

Baden-Württemberg

Tabelle auf Seite 3 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl AnwaltsnotareDavon weiblich
2000932
2001922
2002952
2003892
2004863
2005803
2006763
2007773
2008763
2009763
2010752
2011752
2012732
2013712
2014692
2015642
2016622
2017602
2018481
2019461
2020391
2021301
2022261
2023221
2024160
2025150
2026140

Berlin

Tabelle auf Seite 4 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl AnwaltsnotareDavon weiblich
20001 150153
20011 174153
20021 181156
20031 154157
20041 095150
20051 064146
20061 033145
2007999141
2008993141
2009969141
2010938137
2011907134
2012881134
2013862131
2014815127
2015772121
2016750122
2017716120
2018713126
2019692128
2020671118
2021659116
2022651117
2023636115
2024643136
2025589125
2026547117

Braunschweig

Tabelle auf Seite 4, 5 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl AnwaltsnotareDavon weiblich
200035838
200135738
200234637
200333438
200430836
200530336
200628430
200727231
200826030
200924928
201023526
201122424
201221525
201320626
201420325
201519222
201618924
201719027
201818929
201917226
202016629
202116127
202214725
202314732
202414333
202514032
202613932

Bremen

Tabelle auf Seite 5 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl AnwaltsnotareDavon weiblich
200034634
200133934
200232735
200330332
200429332
200527832
200626431
200725329
200825933
200923932
201024836
201124035
201222234
201321133
201419732
201519335
201619134
201718233
201816732
201916335
202015636
202114434
202213835
202313737
202413336
202512936
202612435

Celle

Tabelle auf Seite 5, 6 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl AnwaltsnotareDavon weiblich
20001 097110
20011 100116
20021 099119
20031 058115
2004992113
2005966110
2006927109
2007893104
2008864106
2009828105
2010794104
2011769103
201274598
201371797
201469497
2015684101
2016690108
2017666108
2018659113
2019642120
2020642129
2021633133
2022613133
2023632141
2024620142
2025603148
2026583151

Frankfurt

Tabelle auf Seite 6 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl AnwaltsnotareDavon weiblich
20001 368113
20011 373116
20021 333112
20031 230107
20041 116100
20051 07897
20061 03298
200797490
200895589
200996393
201094298
2011913102
2012931118
2013898119
2014859122
2015838129
2016819137
2017829151
2018856169
2019862182
2020863198
2021871212
2022852220
2023850223
2024827226
2025823236
2026819240

Kassel

Tabelle auf Seite 6, 7 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl AnwaltsnotareDavon weiblich
200029717
200130117
200229618
200327717
200425416
200525418
200624717
200723716
200822514
200921314
201020515
201119514
201219617
201318213
201417413
201516913
201616916
201717220
201816024
201915629
202015231
202115432
202212230
202314835
202414836
202515040
202615041

Oldenburg

Tabelle auf Seite 7, 8 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl AnwaltsnotareDavon weiblich
200062056
200162055
200262355
200360252
200456751
200556352
200654852
200752549
200851049
200949049
201047346
201147446
201245347
201344748
201444756
201544354
201644455
201745362
201844971
201942272
202041178
202141688
202239887
202340995
2024395102
202538597
2026383101

Rheinische Notarkammer

Tabelle auf Seite 8 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl AnwaltsnotareDavon weiblich
200023119
200124019
200223017
200321616
200418314
200518614
200617914
200718014
200817314
200916914
201016914
201116514
201216014
201316014
201415415
201515317
201614717
201715420
201815524
201914525
202014126
202114028
202229829
202313227
202412528
202511627
202611028

Schleswig-Holstein

Tabelle auf Seite 8, 9 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl AnwaltsnotareDavon weiblich
200098885
2001100488
200298789
200393388
200488483
200586985
200683284
200781385
200879684
200979186
201077886
201174684
201271483
201371585
201468381
201566186
201665694
2017664100
2018634100
2019618106
2020600113
2021582120
2022562123
2023556123
2024548126
2025538130
2026526127

Westfalen

Tabelle auf Seite 9 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl AnwaltsnotareDavon weiblich
20002 290121
20012 297128
20022 248127
20032 174127
20041 950123
20051 907123
20061 860123
20071 832120
20081 809127
20091 768126
20101 718129
20111 665131
20121 597127
20131 567131
20141 519140
20151 481149
20161 476163
20171 472185
20181 430208
20191 413232
20201 363242
20211 353238
20221 321274
20231 283277
20241 236280
20251 158261
20261 104254
Frage 7 Seite 9

Sieht die Bundesregierung einen Zusammenhang zwischen Notarieller Fachprüfung und der Entwicklung der Berufsträgerzahlen nach Geschlecht, und wie begründet sie diesen?

Antwort

Empirische Erkenntnisse liegen hierzu nicht vor. Zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sieht der in der Antwort zu Frage 2 genannte Gesetzentwurf der Bundesregierung gezielte Anpassungen im Bereich der notariellen Fachprüfung vor: Die bislang geltende dreijährige Zulassungsfrist soll entfallen, sodass die Prüfung künftig unmittelbar im Anschluss an das zweite Staatsexamen abgelegt werden kann. Darüber hinaus ist die Einführung einer zweiten Wiederholungsmöglichkeit vorgesehen, um den Prüfungsdruck zu verringern.

Frage 8 Seite 10

Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Geschlechterverteilung in den Bundesländern mit Nur-Notaren, und wie haben sich die Zahlen nach Geschlecht in den Ländern mit Nur-Notaren seit dem Jahr 2000 entwickelt?

Antwort

Baden-Württemberg

Tabelle auf Seite 10 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl Nur-notareDavon weiblich
2000260
2001270
2002270
2003270
2004270
2005270
2006240
2007260
2008260
2009320
2010430
2011440
2012460
2013441
2014431
2015441
2016441
2017441
201829063
201928764
202029366
202130270
202230872
202331475
202431975
202532677
202632378

Bayern

Tabelle auf Seite 10, 11 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl Nur-notareDavon weiblich
200048114
200149120
200249726
200350031
200449433
200549436
200649640
200750343
200850049
200948953
201049257
201149062
201248264
201348870
201448080
201548084
201648088
201748089
201847893
201948494
202048496
202148297
2022484103
2023481105
2024485105
2025486109
2026488114

Brandenburg

Tabelle auf Seite 11 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl Nur-notareDavon weiblich
20009151
20019049
20028847
20038746
20048346
20058246
20068246
20078146
20088246
20098144
20108043
20117942
20127538
20137538
20147538
20157437
20167335
20177134
20186933
20196831
20206628
20216829
20226825
20236623
20246421
20256521
20266621

Hamburg

Tabelle auf Seite 11, 12 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl Nur-notareDavon weiblich
2000797
2001828
20028311
20038311
20047911
20057511
20068113
20077612
20087513
20097713
20107413
20117514
20127614
20137616
20147518
20157517
20167419
20177319
20187419
20197419
20207620
20217821
20227921
20237721
20247621
20257720
20268021

Koblenz

Tabelle auf Seite 12, 13 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl Nur-notareDavon weiblich
20001084
20011084
20021084
20031084
20041064
20051064
20061055
20071035
20081036
20091038
20101009
20119910
201210111
20131009
201410212
201510212
201610012
20179913
201810214
201910012
20209814
202110216
202210316
20239816
202410119
202510220
202610120

Mecklenburg-Vorpommern

Tabelle auf Seite 13 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl Nur-notareDavon weiblich
20007243
20017342
20027241
20037139
20047038
20056937
20066936
20076936
20087036
20097036
20106936
20116433
20126333
20135729
20145731
20155731
20165630
20175530
20185329
20195229
20205129
20215027
20225124
20235023
20244823
20254521
20264822

Rheinische Notarkammer

Tabelle auf Seite 13, 14 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl Nur-notareDavon weiblich
200031418
200131621
200231721
200331623
200431626
200531726
200631525
200731629
200831432
200931334
201031434
201131534
201230834
201330333
201430836
201530635
201630635
201730433
201830536
201930339
202030238
202130038
202229839
202329840
202429743
202529243
202629246

Sachsen

Tabelle auf Seite 14 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl Nur-notareDavon weiblich
200018175
200117572
200217470
200317069
200416768
200516367
200616064
200715662
200815360
200915259
201014857
201114254
201213552
201313050
201412750
201512751
201612551
201712251
201812150
201912249
202011842
202111340
202210838
202310939
202410135
202510337
202610536

Sachsen-Anhalt

Tabelle auf Seite 14, 15 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl Nur-notareDavon weiblich
200010449
200110549
200210148
20039847
20049544
20059545
20069244
20079143
20088943
20098842
20108842
20118442
20128240
20138038
20147836
20157436
20167134
20176933
20186835
20196533
20206532
20216532
20226633
20236230
20245928
20255629
20265528

Thüringen

Tabelle auf Seite 15 · 27 Zeilen × 3 Spalten
JahrAnzahl Nur-notareDavon weiblich
200010840
200110539
200210137
20039936
20049635
20059335
20069235
20079235
20089034
20099034
20108533
20118132
20127930
20138230
20148130
20157829
20167728
20177325
20187023
20197023
20206721
20216823
20226520
20236218
20246117
20256115
20265915
Frage 9 Seite 16

Gibt es nach Auffassung der Bundesregierung empirisch belegbare oder theoretische Einflüsse der unterschiedlichen Notarzugangspraxis im Sinne des § 3 BNotO (hauptberufliche Notare und Anwaltsnotare) auf die Arbeitsbelastung und Arbeitsqualität der Notare, wenn nein, warum nicht, und wenn ja, wie wirken sich diese gegebenenfalls auf die Rechtspflege aus?

Antwort

Nach Auffassung der Bundesregierung bestehen weder belastbare empirische noch überzeugende theoretische Gründe für die Annahme, dass die unterschiedliche notarielle Zugangspraxis nach § 3 BNotO die Arbeitsbelastung oder Arbeitsqualität beeinträchtigt. Die sowohl im Anwaltsnotariat als auch im hauptberuflichen Notariat hohen Zugangsvoraussetzungen und die bestehende Bestenauslese sichern vielmehr ein einheitlich hohes Qualifikationsniveau.

Frage 10 Seite 16

Was spricht nach Auffassung der Bundesregierung für eine Angleichung der notariellen Berufsausübungspraxis (Reduzierung auf den Anwaltsnotar oder Nur-Notar) im gesamten Bundesgebiet, und was spricht dagegen?

Antwort

Aus Sicht der Bundesregierung besteht kein Anlass, in das seit Jahrzehnten bewährte bestehende System einzugreifen, da dies für alle Beteiligten mit einem erheblichen Umstellungsaufwand verbunden wäre, für den es keine Notwendigkeit gibt.