Sachstand zur Langzeitarbeitslosigkeit

Drucksache 21/3501Antwortauf die Kleine Anfrage 21/313102.01.202629 Seiten24 FragenFraktion der AfDBundesministerium für Arbeit und SozialesArbeit und Beschäftigung1 Anlage als PDF
Vorbemerkung der Fragesteller

Vorbemerkung der Fragesteller

Laut Statista betrug der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen in Deutschland im Jahr 2024 durchschnittlich rund 34,9 Prozent. Ferner waren im Jahr 2024 durchschnittlich rund 2,79 Millionen Personen arbeitslos gemeldet (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1223/umfrage/arbeitslosenzah l-in-deutschland-jahresdurchschnittswerte/) und davon durchschnittlich ca. 972 000 als Langzeitarbeitslose (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/6 66199/umfrage/anzahl-der-langzeitarbeitslosen-in-deutschland/) registriert (vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/17425/umfrage/anteil-der-lan gzeitarbeitslosen-in-deutschland/). „Als Langzeitarbeitslose werden Menschen bezeichnet, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind. Die Bundesagentur für Arbeit definiert dabei Arbeitslosigkeit wie folgt: ,Arbeitslos ist, wer keine Beschäftigung hat (weniger als 15 Wochenstunden), Arbeit sucht, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und bei einer Agentur für Arbeit oder einem Träger der Grundsicherung arbeitslos gemeldet ist‘“ (https://de.statista.com/statistik/d aten/studie/666199/umfrage/anzahl-der-langzeitarbeitslosen-in-deutschland/).

Die Persistenz von Arbeitslosigkeit ist ein gravierendes sozialpolitisches Problem und eine der größten Herausforderungen für den Arbeitsmarkt hierzulande. Langzeitarbeitslosigkeit betrifft vor allem Ältere und Geringqualifizierte (vgl. www.bertelsmann-stiftung.de/de/presse/pressemitteilungen/pressemitteil ung/pid/problem-trotz-guter-konjunktur-langzeitarbeitslosigkeit-belastet-aelter e-und-geringqualifizierte). Zudem belastet sie die Sozialsysteme finanziell, schwächt den Arbeitsmarkt und wirkt sich negativ auf die Lebensqualität und Perspektiven der Betroffenen aus.

Frage 1 + 2 Seite 1

1Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von langzeitarbeitslosen Männern und Frauen in Deutschland in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte die absoluten und relativen Zahlen jeweils getrennt nach Geschlecht ausweisen)?

2Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von langzeitarbeitslosen Ausländern in den letzten zehn Jahren in Deutschland entwickelt (bitte jeweils die absoluten und relativen Zahlen sowie unterschieden nach Männern und Frauen, EU-Ausländern, Drittstaatlern und Top-8-Asylherkunftsländern ausweisen)?

Antwort

Die Fragen 1 und 2 werden gemeinsam beantwortet.

Nach Angaben der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es im Jahresdurchschnitt 2024 rund 972 000 Langzeitarbeitslose. Weitere Ergebnisse können der Tabelle 1* im Anhang entnommen werden.

Frage 3 Seite 2

Wie hoch sind aktuell die jährlichen Gesamtausgaben des Bundes und der Länder für Langzeitarbeitslose mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit im Vergleich zu deutschen Langzeitarbeitslosen (bitte die absoluten Zahlen und prozentualen Anteile letzter Stand ausweisen)?

Antwort

Angaben zu den Gesamtkosten der Langzeitarbeitslosigkeit liegen nicht vor, alternativ werden die Zahlungsansprüche von langzeitarbeitslosen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) bezogen, in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesen.

Tabelle: Zahlungsansprüche von langzeitarbeitslosen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in Euro, Jahressumme 2024

Tabelle auf Seite 2 · 3 Zeilen × 3 Spalten
StaatsangehörigkeitAbsolutwerte in EuroAnteile in Prozent
Insgesamt9 905 654 913100
Deutsche6 647 856 16167
Ausländer3 257 765 68533

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Frage 4 Seite 2

Wie verteilen sich die Langzeitarbeitslosen aktuell nach Altersgruppen und Migrationshintergrund (bitte die absoluten und relativen Zahlen letzter Stand ausweisen)?

Antwort

Zu Langzeitarbeitslosen nach Altersgruppen wird auf die Tabelle 1* im Anhang verwiesen.

Hochgerechnete Befragungsergebnisse zum Migrationshintergrund von Langzeitarbeitslosen liegen nur für den Rechtskreis SGB II vor. Hochgerechnete Ergebnisse können der Veröffentlichung „Migrationshintergrund nach § 281 Absatz 2 SGB III – hochgerechnete Ergebnisse“ entnommen werden (https://statist ik.arbeitsagentur.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Einzelheftsuche_Formular.html? nn=24416&topic_f=migrationshintergrund-migh-hr, siehe Tabellenblatt „2.7“ und „2.8“).

Frage 5 + 6 Seite 2

5Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt, die seitens der zuständigen Integrationsfachkraft ein Angebot zur Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme zur beruflichen Integration bzw. Reintegration, wie z. B. Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, Beschäftigung schaffende Maßnahmen, Förderung Selbstständigkeit usw., erhalten haben (bitte jeweils die absoluten und prozentualen Zahlen insgesamt jahresweise aufschlüsseln)?

6Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt, die erfolgreich an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme zur beruflichen Integration bzw. Reintegration, wie z. B. Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, Beschäftigung schaffende Maßnahmen, Förderung Selbstständigkeit usw., teilgenommen haben (bitte jeweils die absoluten und prozentualen Zahlen insgesamt jahresweise aufschlüsseln)?

Antwort

Die Fragen 5 und 6 werden gemeinsam beantwortet.

Angaben zur Anzahl der Angebote zur Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme liegen nicht vor. Zu Eintritten von Langzeitarbeitslosen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wird auf die Tabelle 2* im Anhang verwiesen, zu Austritten von Teilnehmenden auf die Tabelle 3* im Anhang (nicht für alle Jahre der erfragten Zeitreihe liegen valide Daten vor).

Frage 7 Seite 3

Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt, die nach erfolgreicher Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme zur beruflichen Integration bzw. Reintegration, wie z. B. Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, Beschäftigung schaffende Maßnahmen, Förderung Selbstständigkeit usw., in eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten (bitte jeweils die absoluten und prozentualen Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?

Antwort

Zur Eingliederungsquote, die den Anteil der Teilnehmenden an Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung darstellt, die sechs Monate nach Teilnahmeende sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, wird auf Tabelle 3* im Anhang verwiesen. Nicht für alle Jahre der erfragten Zeitreihe liegen valide Daten vor.

Frage 8 + 9 Seite 3

8Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen mit Migrationshintergrund in den letzten zehn Jahre entwickelt, die seitens der zuständigen Integrationsfachkraft kein Angebot zur Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme zur beruflichen Integration bzw. Reintegration, wie z. B. Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, Beschäftigung schaffende Maßnahmen, Förderung Selbstständigkeit usw., erhalten haben (bitte jeweils die absoluten und prozentualen Zahlen insgesamt jahresweise aufschlüsseln)?

9Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen mit Migrationshintergrund in den letzten zehn Jahre entwickelt, die trotz Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme zur beruflichen Integration bzw. Reintegration, wie z. B. Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, Beschäftigung schaffende Maßnahmen, Förderung Selbstständigkeit usw., innerhalb eines Jahres nach Beendigung der Maßnahme wiederholt arbeitslos waren (bitte jeweils die absoluten und prozentualen Zahlen insgesamt jahresweise aufschlüsseln)?

Antwort

Die Fragen 8 und 9 werden gemeinsam beantwortet.

Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung vor.

Frage 10 + 10a + 10b + 11 + 11a + 11b Seite 4

10Wie hoch sind aktuell die Gesamtkosten von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen für Langzeitarbeitslose

10aim Durchschnitt pro Maßnahme,

10bim Durchschnitt pro Maßnahmenteilnehmer (bitte jeweils die absoluten Zahlen sowie die derzeitigen Gesamtausgaben für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für Langzeitarbeitslose ausweisen)?

11Wie hoch sind aktuell die Gesamtkosten arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen für Langzeitarbeitslose ohne bisherige Berufsausbildung

11aim Durchschnitt pro Maßnahme,

11bim Durchschnitt pro Maßnahmenteilnehmer (bitte jeweils die absoluten Zahlen sowie die derzeitigen Gesamtausgaben aller arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen für Langzeitarbeitslose ohne bisherige Berufsausbildung ausweisen)?

Antwort

Die Fragen 10 und 11 werden gemeinsam beantwortet.

Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung vor.

Frage 12 Seite 4

Wie hoch sind aktuell die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen, die speziell an einer Maßnahme der beruflichen Qualifizierung bzw. Erstqualifizierung teilnehmen (bitte die absoluten und relativen Zahlen sowie die durchschnittlichen Kosten pro Maßnahme sowie pro Maßnahmenteilnehmer ausweisen)?

Antwort

Zu Langzeitarbeitslosen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wird auf die Tabelle 2* im Anhang verwiesen. Darüber hinaus liegen keine Erkenntnisse vor.

Frage 13 Seite 4

Wie hoch sind die jährlichen Gesamtkosten für staatliche Leistungen an Langzeitarbeitslose einschließlich Wohnkosten, Krankenversicherung, Integrationsmaßnahmen usw. (bitte die absoluten und relativen Zahlen ausweisen)?

Antwort

Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung vor.

Frage 14 Seite 4

Wie viele Kinder leben aktuell in Haushalten von und mit Langzeitarbeitslosen, und wie hoch ist deren Anteil an allen Kindern im Leistungsbereich des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II; bitte die absoluten und relativen Zahlen letzter Stand ausweisen sowie differenziert nach Lebensalter der Kinder aufschlüsseln)?

Antwort

Angaben zu minderjährigen unverheirateten Kindern unter 18 Jahren in Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem langzeitarbeitslosen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nach dem SGB II können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Tabelle: Minderjährige unverheiratete Kinder unter 18 Jahren in Bedarfsgemeinschaften (BG) mit mindestens einem langzeitarbeitslosen erziehenden erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (ELB)

Tabelle auf Seite 5 · 5 Zeilen × 4 Spalten
Kinder im Alter vonIn BGdar. mit mindes­ tens einem langzeit­ arbeitslosen erzie­ henden ELBAnteile in Prozent
Insgesamt1 793 965491 36927,4
unter 3 Jahren260 11731 97212,3
3 bis unter 6 Jahren308 76372 79223,6
6 bis unter 15 Jahren946 004295 91531,3
15 bis unter 18 Jahren279 08190 69032,5

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Frage 15 + 15a + 15b + 16 Seite 5

15Wie hoch sind aktuell die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen hierzulande, die

15aüber keinen Schulabschluss verfügen,

15büber keinen Berufsabschluss verfügen (bitte die absoluten und relativen Zahlen letzter Stand ausweisen)?

16Wie hoch sind aktuell die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen, die über einen akademischen Abschluss sowie nachweislich eine berufliche Qualifikation auf dem Anforderungsniveau Spezialist und Experte verfügen (bitte jeweils die absoluten und relativen Zahlen letzter Stand ausweisen)?

Antwort

Die Fragen 15 und 16 werden gemeinsam beantwortet.

Zu Langzeitarbeitslosen nach schulischem und beruflichem Abschluss sowie nach dem Anforderungsniveau des Zielberufes wird auf die Tabelle 4* im Anhang verwiesen.

Frage 17 Seite 5

Wie hoch sind aktuell die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen, die über eine Berufsqualifikation bzw. einen Berufsabschluss in einem Mangelberuf gemäß Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit verfügen (bitte die absoluten und relativen Zahlen letzter Stand ausweisen)?

Antwort

Angaben zur Anzahl von Langzeitarbeitslosen mit einem Zielberuf in einem Engpassberuf können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Erkenntnisse, wie viele Langzeitarbeitslose über eine (formale) Qualifikation bzw. einen Abschluss verfügen für eine Tätigkeit in einem Engpassberuf, liegen nicht vor.

Tabelle: Bestand an Langzeitarbeitslosen nach Anforderungsniveaus und Zielberuf gemäß der Klassifikation der Berufe (KldB 2010), November 2025

Tabelle auf Seite 6 · 3 Zeilen × 3 Spalten
Anforderungsniveau bzw. Zielberufe (KldB 2010)LangzeitarbeitsloseAnteil in Prozent
Insgesamt1 042 517100,0
darunter Zielberufe mit Anforderungsniveau Fachkraft, Spezialist oder Experte352 82433,8
darunter mit Zielberuf in einem Engpassberuf59 4795,7

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Frage 18 Seite 6

Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt, die seitens der zuständigen Integrationsfachkraft in eine Arbeitsstelle bzw. Beschäftigung in einen Mangelberuf gemäß Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit vermittelt werden konnten (bitte jeweils die absoluten und relativen Zahlen ausweisen)?

Antwort

Angaben zum Abgang von Langzeitarbeitslosen aus Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung in einem Engpassberuf können der Tabelle 5* im Anhang entnommen werden.

Frage 19 Seite 6

Wie haben sich die Vermittlungsquoten von Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt, und wie lange dauert im Durchschnitt die Vermittlung eines Langzeitarbeitslosen (seitens der öffentlichen Arbeitsverwaltung) in den ersten Arbeitsmarkt (bitte jeweils die absoluten und relativen Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?

Antwort

Nach Angaben der Statistik der Bundesagentur für Arbeit sind im Jahresdurchschnitt 2024 rund 155 000 Langzeitarbeitslose durch Aufnahme einer Beschäftigung aus Arbeitslosigkeit abgegangen, darunter 115 000 durch eine ungeförderte Beschäftigung. Zu weiteren Ergebnisse wird auf die Tabelle 6* im Anhang verwiesen.

Ergebnisse zur abgeschlossenen Dauer der Arbeitslosigkeit bei Abgang aus Arbeitslosigkeit können der Tabelle 7* im Anhang entnommen werden.

Frage 20 + 21 Seite 6

20Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt, die vor Eintritt der Arbeitslosigkeit selbstständig oder freiberuflich tätig waren (bitte die absoluten und relativen Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?

21Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt, die vor Eintritt der Arbeitslosigkeit in der öffentlichen Verwaltung bzw. dem Staatsdienst tätig waren (bitte die absoluten und relativen Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?

Antwort

Die Fragen 20 und 21 werden gemeinsam beantwortet.

Angaben zu Langzeitarbeitslosen, die vor Eintritt in Arbeitslosigkeit selbständig tätig waren, können der Tabelle 8* im Anhang entnommen werden.

Angaben, wie viele der derzeitigen Langzeitarbeitslosen vormalig in einem bestimmten Wirtschaftszweig wie der öffentlichen Verwaltung tätig waren, können nicht ausgewiesen werden.

Frage 22 + 23 Seite 7

22Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt, die in ein Beschäftigungsverhältnis in der Bundesagentur für Arbeit bzw. in Jobcentern sowie im Bereich des öffentlichen Dienstes vermittelt werden konnten (bitte die absoluten und relativen Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?

23Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt, die in ein Beschäftigungsverhältnis bzw. ein Dienstverhältnis im Bereich der Bundeswehr vermittelt werden konnten (bitte die absoluten und relativen Zahlen jeweils für den Bereich militärisches und ziviles Personal separat jahresweise aufschlüsseln)?

Antwort

Die Fragen 22 und 23 werden gemeinsam beantwortet.

Angaben zum Abgang von Langzeitarbeitslosen aus Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung in den 1. Arbeitsmarkt liegen in wirtschaftsfachlicher Differenzierung gemäß der Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ 2008) vor und können der Tabelle 9* im Anhang entnommen werden.

Frage 24 Seite 7

Wie viele Vermittlungs- bzw. Arbeitsangebote haben Langzeitarbeitslose im Jahr 2024 seitens der Bundesagentur für Arbeit bzw. der Jobcenter im Durchschnitt erhalten (bitte die Vermittlungs- bzw. Arbeitsangebote pro Langzeitarbeitslosem sowie die Gesamtzahl aller ausgehändigten Vermittlungs- bzw. Arbeitsangebote im Jahr 2024 ausweisen)?

Antwort

Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung vor.

Frage 25 Seite 7

Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt, die über einen Grad der Behinderung 50 (GdB 50) verfügen (bitte die absoluten und relativen Zahlen jahresweise sowie unterschieden nach körperlicher und psychischer Diagnose bzw. Beeinträchtigung aufschlüsseln)?

Antwort

Angaben zu langzeitarbeitslosen schwerbehinderten Menschen können der Tabelle 1* im Anhang entnommen werden. Eine Differenzierung nach körperlicher und psychischer Beeinträchtigung liegt nicht vor.

Frage 26 Seite 7

In welchen Regionen bzw. Bundesländern ist Langzeitarbeitslosigkeit besonders verbreitet (bitte die absoluten und relativen Zahlen letzter Stand ausweisen)?

Antwort

Ergebnisse zu Langzeitarbeitslosen differenziert nach Bundesländern können der Tabelle 10* im Anhang entnommen werden.

Frage 27 Seite 8

Wie hoch sind die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen, die aktuell länger als zwei, fünf oder zehn Jahre ohne Beschäftigung sind (bitte jeweils die absoluten und relativen Zahlen ausweisen)?

Antwort

Angaben zu Langzeitarbeitslosen nach Dauer der Arbeitslosigkeit können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Tabelle: Bestand an Langzeitarbeitslosen nach Dauer der Arbeitslosigkeit, November 2025

Tabelle auf Seite 8 · 5 Zeilen × 3 Spalten
Dauer der ArbeitslosigkeitAnzahlAnteil in Prozent
Langzeitarbeitslose1 042 517100,0
2 Jahre und länger574 93155,1
5 Jahre und länger195 08618,7
10 Jahre und länger39 2133,8
Keine Angabe8870,1

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Frage 28 + 29 + 30 Seite 8

28Wie haben sich die fiskalischen Folgekosten der Langzeitarbeitslosigkeit (z. B. durch Sozialtransfers, Rentenausfälle etc.) in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte jeweils die absoluten und relativen Zahlen ausweisen)?

29Wie haben sich die Kosten zur Gesundheitsversorgung von Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte die absoluten und relativen Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?

30Wie werden sich die öffentlichen Ausgaben bzw. die finanziellen Aufwendungen des Bundes zur Versorgung von Langzeitarbeitslosen innerhalb der laufenden Legislaturperiode nach Einschätzung bzw. Kalkulation der Bundesregierung entwickeln?

Antwort

Die Fragen 28 bis 30 werden gemeinsam beantwortet.

Die Bundesregierung verweist auf ihre Antwort auf die Schriftlichen Fragen 79 und 80 des Abgeordneten René Springer auf Bundestagsdrucksache 21/237. Darüberhinausgehende Erkenntnisse liegen nicht vor.

Frage 31 Seite 8

Wie oft waren in den letzten zehn Jahren Langzeitarbeitslose von Sanktionen bzw. Leistungsminderungen betroffen, und wie groß ist deren Anteil an allen von Sanktionen bzw. Leistungsminderungen betroffenen Arbeitslosen (bitte jeweils die absoluten Fallzahlen sowie den prozentualen Anteil jahresweise aufschlüsseln)?

Antwort

Angaben zu Leistungsminderungen liegen nur für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem SGB II vor und können der Tabelle 11* im Anhang entnommen werden.

Frage 32 Seite 9

In welchem Umfang und mittels welcher Maßnahmen und Förderinstrumente können nach Einschätzung der Bundesregierung Langzeitarbeitslose in aktuell offene Arbeitsstellen hierzulande vermittelt werden?

Antwort

In Bezug auf den Abgang von Langzeitarbeitslosen aus Arbeitslosigkeit in Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt wird auf die Tabelle 7* im Anhang verwiesen.

Zur Eingliederungsquote, die den Anteil der Teilnehmenden an Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung darstellt, die sechs Monate nach Teilnahmeende sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, wird auf die Tabelle 3* im Anhang verwiesen.

Die Förderinstrumente § 16e und § 16i SGB II zeigen einen hohen Effekt auf den Übergang in ungeförderte Beschäftigung. So ist bei § 16e SGB II 14 Monate nach Förderende eine Quote von 53 Prozent in reguläre Beschäftigung zu verzeichnen (IAB-Kurzbericht: 13/2024). Bei § 16i SGB II sind sechs Monate nach Beendigung der Förderung 42,4 Prozent der Teilnehmenden in einer ungeförderten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Teilhabe am Arbeitsmarkt – § 16i SGB II).

Frage 33 Seite 9

Plant die Bundesregierung Maßnahmen zur Steigerung der Aktivierungsquoten von Langzeitarbeitslosen, wenn ja, welche sind das, und wenn nein, warum nicht?

Antwort

Solche Maßnahmen sind nicht geplant. Die Entscheidung über den Einsatz von Fördermaßnahmen treffen die Jobcenter bzw. Agenturen für Arbeit.

Anlage
AnlageAnlage: Tabellen 1 ff. – Bestand an Langzeitarbeitslosen nach soziodemografischen Merkmalen

PDF-Seiten 10–28 (19 Seiten) · im Originalformat beigefügt, nicht in Tabellen übernommen